Aufzug für den letzten Akt: Heute und morgen ziehen die rund 60 Mitarbeiter der Staatsbad GmbH aus dem Kurgastzentrum aus. Zudem wird heute um 16 Uhr die Tiefgarage geschlossen. Damit steht ab Montag der gesamte Komplex Kurhaushotel und Kurgastzentrum leer: Die Bagger und Abrissbirnen können anrücken.
"Vermissen werde ich sicherlich den Blick direkt auf den Kurgarten", sagt Kurdirektor Frank Oette. An den habe er sich in den zurückliegenden eineinhalb Jahren seit seinem Amtsantritt gewöhnt. In Zukunft wird er sein Büro im ehemaligen Telekom-Gebäude in der Münchner Straße haben. "Nach hinten raus, das ist etwas ruhiger als zum Berliner Platz." Die Größe der Büros sei ähnlich: "Die Aufteilung dort ist etwa deckungsgleich zu dem, was wir haben." Und auch die Belegung bleibe: Finanz-, Personal- und Marketing-Abteilung seien rund um Oettes Büro platziert.
Die Staatsbad GmbH kündigt ihren Umzug und die neue Anschrift bereits seit Wochen in ihren Briefköpfen und in sämtlichen Mails an. Keine Mitteilung gab es dagegen von der "Immobilien Freistaat Bayern", dass auch die Tiefgarage bereits heute, Donnerstag, geschlossen wird: Lediglich ein Ausdruck am Parkschein-Automaten weist die Autofahrer darauf hin. Nach Angaben der "Immobilien Freistaat Bayern" (IMBY) hat die Tiefgarage aktuell rund 140 Stellplätze, die nun wegfallen.
"Die Parkscheine der Dauermieter wurden bereits zum 1. Oktober eingezogen", berichtet Jochen Heimansberg. Der 65-Jährige hat direkt gegenüber sein Herrenmoden-Geschäft. Dass das Parkhaus heute schließt, war ihm gestern trotzdem neu. "Für die Geschäftsleute ist das natürlich ein Riesen-Nachteil", sagt der ehemalige Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Sein Nachfolger in diesem Amt, Heiko Grom, sieht das ähnlich: "Jeder Parkplatz ist für den Einzelhandel Geld wert." Grom, Inhaber eines Kaufhauses in unmittelbarer Nähe der Tiefgarage, hat trotzdem Verständnis dafür, dass die Tiefgarage während der Abriss-Arbeiten geschlossen werden muss.

"Zwingend zu erhalten"

Die Tiefgarage ist laut Ausschreibung immerhin "zwingend zu erhalten". Der Freistaat Bayern bietet im Exposé an, die Generalsanierung zu übernehmen. "Möglich wäre auch die Sanierung durch den Investor - in enger Abstimmung mit dem Freistaat Bayern - wobei sich der Freistaat Bayern über einen Zuschuss an den Kosten beteiligt." Weiter heißt es im Exposé: "Die künftige Nutzung der Tiefgarage obliegt vollständig und exklusiv dem Erwerber." Und: "Nach der Generalsanierung wird sich die Stellplatzanzahl voraussichtlich auf etwa 90 reduzieren."
Zum Beginn das Abrisses und der Errichtung des Bauzauns konnte die IMBY gestern noch keine Angaben machen.

Bruno Heynen kennt das Gefühl: Bereits 2001 zog er aus dem Kurgastzentrum in die Maxstraße um. Damals hieß der Kurdirektor Sigismund von Dobschütz und die Zusammenarbeit mit dem Kissinger Sommer-Büro sollte verbessert werden. Unter Kurdirektorin Annette Kratz gab es dann drei Jahre später eine Rolle rückwärts: Die Veranstaltungsabteilung kehrte zurück.

Ziel ist nur Übergangsdomizil

Ein Jahrzehnt später ist das Ziel ähnlich: "Ich freue mich auf die Zusammenlegung mit dem Kissinger Sommer-Büro", sagt Heynen. Und: "Das ist ein sichtbares Zeichen nach außen." Allerdings zieht eben nicht nur Veranstaltungsleiter Heynen mit seinem Team, sondern die gesamte Verwaltung der Staatsbad GmbH mit 60 Mitarbeitern um. Der Grund ist der unmittelbar bevorstehende Abriss des Kurgastzentrums und des benachbarten Kurhaushotels.
Dabei ist auch das neue Domizil in der Münchner Straße 5 nur eine Übergangslösung: Ende 2016, spätestens 2017 ziehen Staatsbad GmbH und Kissinger Sommer-Büro in das neue Behördenzentrum im Luitpoldbad um. Bereits jetzt gab es dafür Weichenstellungen, etwa die neue Telefonanlage: "Die werden wir dann auch mit ins Luitpoldbad nehmen", sagt Kurdirektor Frank Oette.
Der jetzige Umzug sei auch gleichzeitig ein "Ausmisten" gewesen, berichtet Oette. In Absprache mit der Stadt habe man auch einiges weggeworfen, etwa große Auflagen alter Prospekte: "Natürlich haben wir von jedem Belegexemplare archiviert." Auch Bruno Heynen ist auf manch Interessantes gestoßen, etwa etliche Radierungen eines Gastes, der schöne Ansichten Bad Kissingens zeichnete.
Das Kissinger Sommer-Büro zieht erst in der kommenden Woche um, weil am Wochenende noch der Klavier-Olymp bevorsteht. Für beide Seiten steht nun die Einarbeitung in eine neue gemeinsame Software ein, mit der dann die Planung für 2016 beginnen kann, denn: "2015 ist abgeschlossen, der Kulturkalender für kommendes Jahr ist in Druck."