Fahrradfahren soll in Bad Kissingen noch sicherer und damit auch schöner werden, denn gleich drei Maßnahmen wurden kurzfristig für Pedalritter umgesetzt. So wurde in der Kurhausstraße der bereits vorhandene Radweg neu durch Bodenmarkierungen ausgeschildert, wobei ein Azurblau, "die Farbe Bad Kissingens" , so OB Dirk Vogel, die bisherigen roten Punkte und Piktogramme ersetzt. Die große Neuerung ist aber, dass der Radweg nun schon am Kreisel beginnen wird, möglich gemacht hat dies der Abriss des ehemaligen Steigenberger Kurhotels - an deren Außenbestuhlung endete der frühere Radweg.

Oberbürgermeister Dirk Vogel, Ordnungsamtsleiter Rainer Warzecha, Verkehrssachbearbeiter Polizeikommissar Florian Heuring, Stadtratsbeauftragter Richard Fix und Peter Bretscher, ein engagierter Kissinger Bürger, ließen es sich nicht nehmen, bei den ersten Pinselstrichen zur neuen Fahrbahnmarkierung anwesend zu sein. Markiert wird die Kurhausstraße für Radler zwischen Kreisel und Einfahrtsverbotschild für Pkw in Höhe Weißes Haus als "zentrale Verbindung Richtung Bahnhof", dort wird es in absehbarer Zeit - "der Förderungsantrag läuft" - einen Fahrradunterstand geben.

Neue Schilder angebracht

Aber auch in weiteren Straßen wird es zukünftig für Kissingens Radler einfacher sein: So wird in der Frühlings-, Rosen- und Steinstraße ein Befahren entgegen der Einbahnstraße für Radler erlaubt sein.

Entsprechende Schilder wurden bereits angebracht und in der Frühlingsstraße auch durch den Oberbürgermeister und den Chef des Ordnungsamtes enthüllt. In der Erhardstraße wird an einem einseitigen Fahrradschutzstreifen zur Sicherung der schwächeren Verkehrsteilnehmer gearbeitet. Auch diese Maßnahme ist mit der Polizei abgestimmt, ließ der Oberbürgermeister wissen. Insgesamt, so OB Vogel, werde das Thema Radwege in der Stadt unterschiedlich beurteilt. So würde er einerseits von vielen Bürgern darauf angesprochen, dass die Radfahrer gefährlich fahren, andere Bürger wiederum betonten, dass die Kurstadt fahrradunfreundlich sei.

Als Stadt müsse man beide Seiten ernst nehmen und eine sinnvolle Balance kurz-, mittel- und langfristig hinbekommen. Dazu zähle zum einen auch, dass die bestehenden Regeln ernstgenommen werden müssen, "da weiche ich auch nicht von ab, sondern begrüße die von der Polizei initiierten Kontrollen, die sogenannte 'Rad-Razzia', denn wenn Regeln bestehen, müssen sich alle dran halten", so der OB.

Aber, es dürfe nicht nur die Peitsche eingesetzt werden, sondern, um es mit den Worten eines ehemaligen Kurgastes zu sagen "es muss auch Zuckerbrot" geben. Die Frage nach dem "Zuckerbrot" müsse man sich stellen, um auch kurzfristig Verbesserungen zu erreichen. So wurde neben den bereits angesprochenen Radwegen nachgedacht, wie mittelfristig konkrete Verbesserungen im Sinne aller realisiert werden können. Langfristig wurde ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben, bei dessen Ausarbeitung auf die Belange der Radfahrer Rücksicht genommen werden soll. Bei diesem Konzept müssten dann die unterschiedlichen Sichtweisen der Verkehrsteilnehmer abgewogen werden. Daher sei im Stadtrat ein Mobilitätsbeirat in der Gemeindeverfassungsrechtssatzung installiert, um genau diese Grundsatzfragen fundiert und in Ruhe erörtern und beantworten zu können. Dies sei sozusagen der "große" planerische Ansatz. Dass die Kurhausstraße nun bis zum Rondell markiert wird, erachtet Rainer Warzecha als große Hilfestellung für Radfahrer, ebenso wie die neuen Einbahnstraßenregelungen.

Lob kam auch seitens der Polizei durch Polizeikommissar Florian Heuring, der feststellte "die Beschilderung muss stimmen". So sei zum Teil auch noch eine zusätzliche Beschilderung "Radfahrer bitte absteigen" nötig, dies auch im Hinblick auf zukünftige Kontrollen der Polizei durch tägliche Fußstreifen durch die Fußgängerzone und die Parkanlagen.

"Zu viele restriktive Maßnahmen" hingegen beklagte Stadtrat Richard Fix, fügte allerdings an, dass einige wenige Unvernünftige das Interesse vieler dominieren würden. Zudem regte der aktive Radler an, dass Radeln entgegen der Einbahnstraßenregelung auch in der Groppstraße erlaubt sein solle.

Die Stadt Bad Kissingen weist in einem Nachtrag darauf hin, dass die Groppstraße keine Einbahnstraße, sondern eine sogenannte "unechte" Einbahnstraße. Das bedeutet man kann aus der Straße rein und rausfahren in beide Richtungen, wenn man sich in der Straße befindet. Die die Einfahrt ist aber nur aus einer Richtung möglich. (Änderung des Artikels am 26. August, 12 Uhr, Anm. d. Redaktion)

Peter Bretscher erinnerte daran, dass die Kurstadt einst für Pferdekutschen und Fahrradfahrer konzipiert wurde. Inzwischen habe fast jeder ein eigenes Auto, bei gleichem Platzangebot in der Stadt, so dass riesige Flächen, wie Einkaufszentren, auf die grüne Wiese vor der Stadt "verschoben" werden müssen.