Maria Leibold ist Christin mit Leib und Seele. Für den gelebten Glauben setzt sie sich in der Pfarrei Kothen als Gottesdienstbeauftragte, Vorsitzende im Pfarrgemeinderat und Lektorin ein. Außerdem hält sie Kindermetten und bereitete das Krippenspiel vor: "Das ma che ich lie bend gern." Leibold geht gerne auf Menschen zu, setzt sich für sie ein, erfährt aber auch viel positives Feedback aus der Gemeinde.

Ohne Frauen geht's nicht

Zum Dialogtag ist sie mit gro ßem Interesse auf den Vol kersberg gekommen. Sie wollte wissen, was die im Vorfeld durchgeführten Befragungen er geben haben. Insbesondere liegt ihr die Stellung der Frau am Herzen. "Ohne Frauen würde die Kirche schlecht dastehen", sagt sie - gerade im Bereich der Familienseelsorge. Auch der hauptberufliche Pfarrer hat in ihr eine energische Sprecherin. "Zuerst hab' ich mich nicht getraut.
Aber dann dachte ich mir, ich halt das nicht aus", berichtet die herzensgute Kothenerin von ihren Er fahrungen während der Dialogtage.

Aus ihrem Interesse heraus, die Wortgottesdienste individuell zu gestalten, wählte Maria Leibold unter zehn Arbeitskreisen den Workshop "Liturgie und Wortgottesfeiern" aus. Obwohl sie keine Probleme in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit habe, sei sie doch froh, durch Workshop-Leiter Bernhard Hopf Bestätigung in ihrem Tun erfahren zu haben. "Mir ist jetzt leichter ums Herz."

Sich mehr trauen

Sie selbst werde in ihrer Gemeinde "gut anerkannt". Es störe sie oft das Wörtchen "nur", wenn sie einen Wortgottesdienst ohne Eucharistiefeier hält. Dieser sei in der Gemeinde nicht als gleichwertiger Ersatz für einen Sonntagsgottesdienst angesehen und werde somit weniger besucht. "Das geht nicht gegen mich, da fehlt die Anerkennung im Allgemeinen", sagt sie.

Bekräftigt fühlt sie sich durch Hopfs Bestätigung, "mutige Schritte zur Umsetzung" zu tun. Mehrfach war im Arbeitskreis der Wunsch der Kirche geäußert worden, die Ehrenamtlichen sollen sich "mehr trauen." Für Maria Leibold steht fest: "Damit hab ich keine Schwierigkeiten."

Auf die Frage nach dem Erfolg der Dialogtage bezeichnet Karl-Peter Büttner, Vorsitzender des Diözesanrates, die Situation als "Zwischenstand". Die Forderung der Kirche an sich selbst werde groß geschrieben: nicht nur reden, es muss auch etwas geschehen. Karl-Peter Büttner: "Die Kirche muss vor Ort ein Gesicht haben." Dafür müssen Modelle entwickelt und ausprobiert werden. Sein Wunsch ist es, ehrenamtliche Vertrauensleute gewinnen zu können, die offizielle Ansprechpartner für ihre Gemeinde sind.

Ergebnisse lassen auf sich warten

Für Maria Leibold steht die klare Forderung fest, dass Wortgottesfeiern mehr anerkannt werden müssen - auch ohne Eu charistie. Alle Ergebnisse der Arbeitskreise werden an Bischof Friedhelm Hofmann weitergeleitet. Die Teilnehmer forderten vom Bischof ein Hirtenwort, in dem er Stel lung zu den Forderungen be zieht. Weitere Ziele wurden aber nicht formuliert.

In ihrer Gemeinde ist Maria Leibold das Gesicht der Kirche. Auf die Frage, ob sie mit einer baldigen Rückmeldung aus Würzburg rechne, antwortet die Lektorin: "Nee, das dauert bis 2015, so lang warte ich nicht. Die Rückmeldung aus meiner Gemeinde ist mir wichtiger als die aus Würzburg."