Der Talk an Dreikönig hat Tradition, er präsentiert regelmäßig Meinungsbildner der CSU, wobei sich die Besucher in der anregenden Restaurantatmosphäre durchaus trauen, "denen da oben" einiges mit auf den Weg zu geben.

Da nimmt sich MdL Sandro Kirchner im Ratskeller in Bad Kissingen fast eine Stunde Zeit, um beim Dreikönigsfrühschoppen der Kissinger CSU Ortsverbände die Leistungen der Christsozialen in Bayern aufzulisten - und da gibt es ja im Vergleich zu anderen Bundesländern tatsächlich viel zu berichten. Aber wer einen Altbürgermeister, den Kreisvorsitzenden des Roten Kreuzes, einen bedeutenden Arbeitgeber der Region und den Vorgänger im Amt unter den Zuhörern hat, der muss in der Diskussion eben auch seinen Mann stehen, wenn es um drängende Zukunftsfragen geht. Dass Sandro Kirchner dann überzeugend argumentieren kann, die Diskussion nicht im Allgemeinen stecken bleibt, sondern auf die Region zugeschnitten werden kann, lässt die Diskussion lebendig werden. Sie zeigt gleichzeitig aber auch auf, dass Politik nicht mit ein paar Schlagworten abzuhandeln ist.

Bezirksrätin Karin Renner hatte die CSU Mitglieder, darunter Bürgermeister Thomas Leiner, die Ortsvorsitzenden von Fuchsstadt und Wartmannsroth und einige Fremde Besucher begrüßt und die herausragenden Kissinger Ereignisse wie Erhardstraße, Behördenzentrum, Eissporthalle, Runder Brunnen und Vinothek im Alten Rathaus Revue passieren lassen.

Wenn Sandro Kirchner die Leistungen der Staatsregierung für Bad Kissingen aufzählt -und die Liste ist unter andrem mit dem Zentrum für Telemedizin mit Hochschulanschluss, der Ausweisung zusammen mit Bad Neustadt als Oberzentrum, der Behördenverlagerung mit 100 qualifizierten Arbeitsplätzen und fünf Millionen Euro Stabilitätshilfe in zwei Jahren durchaus beachtlich- dann mahnt Altbürgermeister Alfred Wacker dennoch an: "Ich entlasse keinen Verantwortlichen, ohne dass das fehlende Kurhaushotel angesprochen wird".

Wenn Kirchner die niedrige Arbeitslosenquote von drei Prozent im Landkreis und die gute Gesundheitsvorsorge im Bäderlandkreis herausstellt, dann fragt Alexander Siebel als verantwortlicher Notarzt nach dringender Aufwertung der Hausarzttätigkeit, "damit das flache Land versorgt bleibt und die Notärzte nicht zu Fällen gerufen werden müssen, die der Hausarzt machen könnte". So erfreulich die neun Milliarden, die der Freistaat für die Heimatgestaltung seiner Kommunen zur Verfügung stellt, auch sind: Elisabeth Müller, Chefin von "Laboklin", sieht die Region beim öffentlichen Nahverkehr und bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders bei Frauen im Hintertreffen. Es fehle die planbare Versorgungssicherheit schon im Kindergarten, der freitags um 14 Uhr schließt, was dazu führe, "dass es zunehmend schwerer ist, qualifiziertes Personal zu halten und neue Mitarbeiter zu gewinnen".

Mit Beifall nimmt die Versammlung die Ankündigung Kirchners auf, das Elisabeth Krankenhaus darauf hinzuweisen, dass Bayern eine Möglichkeit geschaffen hat, Defizite in der Geburtenstation mit staatlicher Hilfe auszugleichen. Vielleicht gibt es ja dann wieder Neubürger, die in Bad Kissingen geboren sind.

Zum Thema Naturschutz und Nationalpark Rhön führt Kirchner aus, dass zwei Drittel der Landkreisfläche durch Naturschutz, Landschaftsschutz, Naturpark, Flora-Fauna-Habitat (FFH)und Biosphärenreservat geschützt seien. Kirchner argumentiert, dass der Nationalpark die Bevölkerung spaltet. Deshalb seien andere Lösungen zu finden. Er plädiert dafür, das Biosphärenreservat als anerkanntes Markenzeichen der Rhön mit Geld so auszustatten, dass es auch dem Fremdenverkehr in der Region Impulse geben kann. Sein Credo: "Das Biosphärenreservat ist anerkannt, spaltet nicht, es führt im Gegenteil zusammen".

Robert Kiesel ist es, der die Arbeit von Sandro Kirchner ausdrücklich anerkennt und die Versammlung aufruft, das was die CSU in Bayern erreicht hat nicht klein zu reden: "Geschlossen werden wir ein besseres Wahlergebnis als bei der Bundestagswahl erreichen".