Die Bundesnetzagentur hat im Juni ihr vorläufiges Prüfungsergebnis zum Netzentwicklungsplan Strom 2030 bekannt gegeben. Darin enthalten ist der prognostizierte Strombedarf von 2019 bis 2030 in Deutschland. Dieser Plan ist maßgeblich für die politischen Entscheidungen, welche Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende notwendig sind. Wer braucht wann und wo in Deutschland welche Stromkapazitäten?

Klar ist, dass ein Ausbau des bestehenden Stromnetzes nötig ist. Die entscheidenden Fragen sind nur: An welcher Stelle und in welcher Form? "Der Landkreis Bad Kissingen unterstützt sowohl die Energiewende, als auch das eingeleitete Verfahren zur Anpassung des Netzentwicklungsplans", bekräftigt Landrat Thomas Bold in seiner Stellungnahme zum Netzentwicklungsplan Strom 2030, die der Landkreis auch an die Presse weitergeleitet hat."Allerdings wird der Landkreis bereits durch bestehende Anlagen sowie die geplante Gleichstromtrasse Süd Link durchquert. "Deshalb ist es umso wichtiger zu prüfen, ob weitere Ausbaumaßnahmen in unserer Heimat tatsächlich nötig sind", stellt Landrat Bold fest.

Vor allem stellt der Landkreis in seiner Stellungnahme den Bedarf für die geplante Wechselstromleitung P 43 in Frage. "Denn: Es ist aktuell nicht nachvollziehbar, dass diese neue Stromtrasse tatsächlich gebraucht wird", heißt es in einer Pressemeldung aus dem Landratsamt. Die vorläufige Prüfung der Bundesnetzagentur gehe von einer ungleichgewichtigen Verteilung der Erzeugungskapazität der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee aus. Damit stehe unter anderem die Begründung des Bedarfs für die P 43 in Frage.