Ingo Queck, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Sinntal gegen die Stromtrasse", ist sich sicher: "Die Bedrohung durch die P 43 ist für unsere Region sogar noch höher als die durch Südlink." Eine 380-Kilovolt-Wechselstrom-Doppelleitung soll ab dem Jahr 2030 das hessische Dipperz mit dem unterfränkischen Bergrheinfeld verbinden. "Diese Variante ist die kürzeste und bringt die geringste Gesamtbelastung", heißt es im Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums zur "Lösung im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen."

Während die Staatsregierung in München den Kompromiss mit dem Bund feierte und Oberfranken sich freute, dass die P 44 von Schalkau in Thüringen nach Grafenrheinfeld gekippt wurde, läuteten in Unterfranken die Alarmglocken. Als "Opfer des Kompromisses" bezeichnete selbst CSU-Landrat Thomas Bold den Landkreis Bad Kissingen. Er geht davon aus, dass die neue Leitung "genau unsere Heimat durchqueren" wird. Der Landkreis hatte vor allem auf die Alternative auf der bestehenden Trasse von Dipperz nach Urberach, die sogenannte P 43 mod, gehofft, die jedoch ebenso verworfen wurde wie die "bisher von den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur als zwingend erforderlich angesehene Leitung P 44 samt Alternativen".