Oberthulba, Burkardroth, Bad Bocklet und Nüdlingen arbeiten seit 2014 im Rahmen der Allianz "Kissinger Bogen" zusammen. Ganna Kravchenko arbeitete fünf Jahre als Allianzmanagerin. An ihre Stelle ist Beata Schmäling getreten. Am Dienstagabend verabschiedete der Nüdlinger Gemeinderat die ehemalige Allianzmanagerin.

Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) sagte, Kravchenko könne stolz auf ihre geleistete Arbeit sein. In den fünf Jahren seien vier Gemeinden zusammengewachsen. Auf dieses Fundament könne man aufbauen.Sie habe es bei der Zusammenarbeit mit den vier Bürgermeistern nicht immer leicht gehabt. Wenn man viel arbeite, müsse man auch viel und hart diskutieren, so Hofmann. Die Mutter eines kleinen Kindes sagte, sie wolle sich in Zukunft noch stärker auf das Thema Nachhaltigkeit fokussieren.

Stephanie Kunder stellte sich dem Gemeinderat vor. Sie arbeitet seit März für den Kissinger Bogen. Davor habe sie das Projekt "Rhönkäppchen" ehrenamtlich unterstützt. So half sie etwa bei der Entwicklung von Flyern. Kunder arbeitet seit fünf Jahren als Grafikdesignerin.

Die neue Allianzmanagerin Beata Schmäling informierte den Gemeinderat über die Arbeit der Allianz Kissinger Bogen und erklärte, was für das Jahr 2020/2021 geplant sei.

"Wir haben kleinere Projekte, die wir aus eigenem Budget zahlen, die viel bewirken können." Dazu zählt sie den Einkehrgutschein. Dieser kann von Interessierten an Freunde und Bekannte verschenkt werden. Die Gutscheine lassen sich in einzelnen Geschäften und Restaurants der Kommunen einlösen.

Brotzeitsäckle geplant

Zusätzlich zum bestehenden Bio-Gemüsekorb-Abo, für das es derzeit 170 Anmeldungen gebe, sei ein "Brotzeitsäckle" geplant. Diesen "Picknick-Beutel" sollten Touristen für Wanderungen bei Hofläden kaufen oder vorbestellen können. "Da sind wir gerade dran", sagt Schmäling.

Außerdem gibt es größere Projekte, für die der Kissinger Bogen die Trägerschaft übernimmt. Dazu gehört "Rhönkäppchen", das die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit bis zu 100 000 Euro fördern würde. 2018 stellte die Allianz den Antrag.

Förderung der Projekte offen

Gefördert werden sollte die Erschließung des ehemaligen Jagdhauses Hermannsruh mit 62 000 Euro. "Es hat sich herausgestellt, dass die Kosten nicht gehalten werden könnten." Der Markt Burkardroth hätte die zusätzlich entstehenden Kosten übernehmen müssen. "Aber das ist im Moment nicht möglich", sagt Schmäling im Gespräch mit der Redaktion. Außerdem sei nicht klar gewesen, wer sich nach der Erschließung des Jagdhauses um dieses kümmern werde. So sei das Projekt vertagt worden. Die Fördersumme von 62 000 Euro gehe also wieder in den Fördertopf zurück. Derzeit müsse sie klären, ob die anderen Projekte, die mit dem Förderantrag verknüpft sind, dennoch finanziell unterstützt werden.

Dazu gehört etwa eine Umweltmobilstation im Rahmen der Naturpädagogik und Umweltbildung für Kinder.

Naturpädagogik und Tanzprojekte

Außerdem Theater und Tanzprojekte, das Filmprojekt "Rhönkäppchens Heimat" und ein Sachbuch. Sollte der Bund die Förderung nicht übernehmen, "müssten wir das selber tragen", sagt Schmäling.

Filmprojekt

Für das Filmprojekt sucht die Allianz noch Menschen über 60 Jahren, die bereit sind, als Statisten am Film mitzuwirken. "Kinder und Jugendliche haben wir schon zusammen." Die Personen sollten Ende August für ca. vier bis fünf Stunden Zeit für die Dreharbeiten haben. "Sie werden nur gefilmt. Sie müssen nichts sagen, das macht eine Synchronstimme", sagt Schmäling.

Ein Sachbuch soll alte Sagen und Legenden aus der Region erzählen. Der Hintergrund: "Lehrer kommen von weiter her, das Wissen geht immer mehr verloren", so die Rückmeldungen aus Grundschulen laut Schmäling. Derzeit begännen die Recherchearbeiten für das Buch.

Zur Arbeit des Kissinger Bogens gehören auch die Information der Öffentlichkeit über die Homepage www.kissinger-bogen.de oder diverse Netzwerktreffen. Hofmann sagte, für die Zukunft sei es wichtig, dass sich die Gemeinderäte untereinander besser kennenlernen. Ein Treffen der Räte sei deshalb fest eingeplant.

Carsharing und Radwegrunde

Ein weiteres Projekt der Allianz sei das Carsharing in Burkardroth, das die Allianz als Werbepartner unterstützt. Außerdem sei zur Orientierung die knapp 50 kilometerlange Radrunde, "Rhönkäppchens Radrunde" genannt, mit dem Kissinger-Bogen-Logo versehen. Der Radwanderweg führt von Nüdlingen und Haard nach Bad Bocklet, über Frauenroth nach Burkardroth, weiter über Waldfenster, Lauter, Katzenbach nach Oberthulba. Von dort können Fahrradfahrer nach Nüdlingen, indem sie über Albertshausen, Garitz, Bad Kissingen und Hausen fahren.

Auch bei größeren Förderprojekten wirkt die Allianz mit. Durch das Programm "Sturzflut" erhalten die vier Kommunen eine 75 Prozent-Förderung durch das Umweltministerium. "Sturzflut" dient dem Risikomanagement, um Fluten und Hochwassergefahren besser einzuschätzen. Das Projekt Grüngitter soll die Artenvielfalt auf kommunalen Grünflächen fördern. Auch die "Machbarkeitsstudie Nahwärmenetz Nüdlingen" sei als Allianzprojekt vom Amt für Ländliche Entwicklung zu 75 Prozent gefördert worden.