Das Landratsamt Bad Kissingen erfasste 820 Anzeigen bis zum 31. Dezember, die im Zusammenhang mit einem Verstoß gegen die Corona-Regelungen stehen.

Die Summe aller Bußgelder beläuft sich auf rund 152 000 Euro. Dazu zählen auch Bearbeitungsgebühren von 25 Euro, die zusätzlich fällig werden. Zählt man die Bearbeitungsgebühren nicht hinzu, kommt man auf einen Betrag von rund 135 000 Euro.

Der Rückblick zeigt: Die Mehrheit der Bevölkerung hielt sich an die Regelungen. Jedoch seien insbesondere im Frühjahr und im Sommer sehr viele Bußgelder wegen Verstoßes gegen die Ausgangsbeschränkungen verhängt worden, weil Personen ohne triftigen Grund ihre Wohnung verließen, teilt Nathalie Bachmann von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landratsamtes mit.

Vom 21. März bis zum 6. Mai galt in Bayern die erste Ausgangsbeschränkung. Anhand der Polizeiberichte lassen sich die Verstöße nachvollziehen.

Am ersten Wochenende, nachdem die Bayerische Regierung die Ausgangsbeschränkung beschlossen hatte, stellten Polizisten bei Kontrollen im Bad Kissinger Stadtgebiet vier Verstöße fest, die ein Anzeigeverfahren zur Folge hatten. Außerdem erhielten die Polizeibeamten am darauffolgenden Montagabend den Hinweis, dass mehrere Personen in der Von-der-Tann-Straße eine Party feiern würden. Die Polizisten trafen vor Ort vier Personen an, die dort nicht wohnten. Die Polizei meldete den Verstoß dem Landratsamt, das daraufhin ein Bußgeldverfahren eröffnete.

Einreise aus Risikogebiet

Zudem habe es zahlreiche Verstöße gegen Einreise-Regelungen gegeben. Personen, die aus einem Risikogebiet einreisen, müssen sich auf direktem Weg in die eigene Wohnung begeben und dort einige Tage bleiben. Die aktuelle Regelung lässt sich auf einem Merkblatt des Landratsamtes nachlesen.

Zudem meldete die Polizei mehrere Verstöße gegen die Maskenpflicht. So weigerte sich etwa Ende August eine Frau beim Einkaufen in einem Drogeriemarkt in Bad Kissingen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Weigerung eine Maske zu tragen

Den Beamten erklärte die 57-Jährige, dass sie eine Maskenbefreiung von einem Arzt, dessen Namen sie nicht nennen wollte, habe. Des Weiteren gab sie an, dass sie ihr Attest aus Datenschutzgründen nicht vorzeige.

Keine 30 Minuten später wurde auch der Lebensgefährte der Frau dabei gesehen, wie er eine Tankstelle ebenfalls ohne Mund-Nasen-Schutz betrat. Die Frau und der Mann erhielten eine Anzeige.

Die Polizei beobachtete einzelne Verstöße bei Versammlungen. Auf dem Rathausplatz in Bad Kissingen stellte die Polizei ein paar Tage vor Weihnachten fest, dass mehrere Demonstranten keine Maske trugen. Da keine Befreiung vorlag, forderten die Polizeibeamten die Personen auf, die Versammlung zu verlassen. Eine Anzeige werde vorgelegt, hieß es in der Polizeimeldung.

In der überwiegenden Zahl der Fälle erhielten die Personen ein Bußgeld von 150 Euro. Zusätzlich mussten sie 25 Euro als Bearbeitungsgebühr zahlen.Wiederholungstäter müssen mehr bezahlen.

Feiern von Jugendlichen

Am 17. November traf eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Bad Kissingen kurz nach 20 Uhr eine Gruppe von sechs Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren im Bereich des Bismarckturms beim Feiern, Musik hören und Alkohol trinken an. Es erfolgte eine Anzeige.

Bei minderjährigen Jugendlichen werde meist ein Bußgeld von 75 Euro verhängt, heißt es aus dem Landratsamt. Dies entspricht dem niedrigsten Bußgeld, das bei Verstößen gegen die Corona-Regeln bezahlt werden muss.

Es habe mehrere Corona-Partys von Jugendlichen gegeben. In der Regel sei die Polizei auf die Feiernden aufmerksam geworden, da jemand aufgrund des Lärms die Polizei rief, die daraufhin kontrollierte. Keine Anzeigen gab es aufgrund von Familienfeiern.

Das höchste Bußgeld, das verhängt wurde, liegt bei 8 000 Euro. Es handele sich dabei um einen Verstoß gegen die Beschränkungen bei Gaststätten. Das Bußgeld sei allerdings noch vor dem Amtsgericht anhängig und noch nicht bestandskräftig, teilt Nathalie Bachmann mit.

Wirt verstieß gegen Auflagen

Bei einer Kontrolle Ende September stellte die Polizei fest, dass ein Wirt in der Schönbornstraße in Bad Kissingen so gut wie gegen jede Auflage verstieß, keinen Mund-Nasen-Schutz trug, im Thekenbereich Getränke ausschenkte und die Gäste ohne Maske wie in einer Disco tanzten.

Einzelne Gewerbebetriebe hätten zudem trotz Verbot geöffnet. Auch habe es einzelne Verstöße gegen Hygienebestimmungen in Betrieben und Praxen gegeben.