Was Familie Berger (Name auf Wunsch der Familie von der Redaktion geändert) ertragen musste, ist ohne Zweifel furchtbar. Der eigene Mann bzw. Vater stirbt an einer Corona-Infektion, die er sich vermutlich erst im Krankenhaus geholt hat. Er wird ohne sein Wissen - das ist für die Familie eindeutig, das Krankenhaus widerspricht - entlassen und steckt die ganze Familie an. Seine Frau kann sich noch nicht mal am Totenbett von ihm verabschieden, weil sie Corona hat.

Das zu verarbeiten, ist sehr hart. Die Vergangenheit ist nun nicht mehr zu ändern. Aber der Schmerz und das Unverständnis bleiben.

Familie will aufmerksam machen

Die Familie hat sich überlegt: Da sie ihrem Vater nicht mehr helfen können, wollen sie zumindest andere auf die Missstände aufmerksam machen, die sie erlebt haben. Sie davor warnen.Deshalb wenden sie sich an die Öffentlichkeit.

Ich finde: Das ist mutig und wichtig und wird viel zu selten gemacht, denn ohne diese Stimmen bliebe vieles ungehört. Familie Berger hat so viel Schreckliches erlebt, dass sie das Gefühl hatten, gar nicht mehr anders zu können, als sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Und es ist gut, dass sie es getan haben.

Das sagt das Krankenhaus

Nun ist es selbstverständlich die Aufgabe von Journalisten, beide Seiten zu hören.Das Krankenhaus hat mehrere Versäumnisse eingeräumt. Die Corona-Ansteckung im Krankenhaus, die Beleidigung durch eine Pflegekraft, die beinah falsche Medikamentengabe - nur bei der Frage, ob Arnold Berger wusste, dass er noch ansteckend ist, da gibt es Widersprüche.

Für die Familie ist die Antwort eindeutig: Nein, er wusste es nicht. Das Krankenhaus sagt hingegen: Der behandelnde Arzt habe Berger mehrfach mündlich auf seine Corona-Infektion hingewiesen - auch am Tag der Entlassung.

Andere Krankenhäuser entlassen auch infektiöse Patienten

Infektiöse Patienten werden auch in anderen Krankenhäusern nach Hause in die Quarantäne entlassen, wenn ihr gesundheitlicher Zustand das zulässt. Das Krankenhaus ist kein Gefängnis.

Wo ist die Unterschrift?

Normalerweise muss man beim Arzt oder im Krankenhaus alles Mögliche unterschreiben.Aber warum gibt es kein Dokument, auf dem Berger mit seiner Unterschrift bestätigt, dass er sich trotz seiner Infektion entlassen lässt und sich der Risiken bewusst ist? Warum legt es die Klinik trotz Nachfrage der Redaktion nicht vor? Es würde sie entlasten.

Herr Berger kann zu all dem leider nichts mehr sagen.

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Die Geschichte, auf die sich das Kommentar bezieht, finden Sie hier:

Lesen Sie hier den ersten Teil des Textes: https://www.infranken.de/lk/bad-kissingen/ahnungslos-mit-corona-aus-dem-krankenhaus-entlassen-teil-1-art-5163979

Lesen Sie hier Teil 2: https://www.infranken.de/lk/bad-kissingen/ahnungslos-mit-corona-aus-dem-krankenhaus-entlassen-teil-2-art-5163980