Zu den jüdischen Kulturtagen 2022 gibt es gleich mehrere Jahrestage: Sie selbst begehen ihr 20-jähriges Bestehen. Der Landkreis Bad Kissingen feiert das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft mit dem israelischen Landkreis Tamar. Und im April jährt sich zudem die Deportation der letzten im Landkreis lebenden Jüdinnen und Juden zum 80. Mal.

Die Jüdischen Kulturtage Bad Kissingen sind eine gemeinsame, in der Regel alle drei bis vier Jahre stattfindende Veranstaltungsreihe der Stadt Bad Kissingen, einer Vielzahl örtlicher Veranstaltungspartner und des Landkreis Bad Kissingen. Die folgenden Tipps aus der Redaktion sollen inspirieren und zeigen, wie bunt das Programm der Jüdischen Kulturtage sich gestaltet.

1. "Tränen des Künstlers" - Friedensreich Hundertwasser und die Einflüsse der jüdischen Herkunft auf sein Werk - Vortrag von Dr. Joachim Hahn (Plochingen).

Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser gehörte als Maler, Architekt und Umweltschützer zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Als einer von wenigen in seiner Familie überlebte er den Holocaust und wurde später berühmt. Mit dem Hundertwasserhaus in Wien und dem Luther-Melanchthon-Gymnasium in Wittenberg schuf er Ikonen der modernen Architektur. Pfarrer und Kirchenrat Dr. Joachim Hahn den Einfluss von Hundertwassers jüdischer Herkunft auf sein Werk heraus und eröffnet so spannende neue Perspektiven.

Dienstag, 17. Mai, 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal im Landratsamt.

2. Band "Folkadu" mit Yael Gat (Trompete & Gesang), Pier Paolo Bertoli (Akkordeon), Doron Furman (Oud).

Das Trio Folkadu entführt sein Publikum auf eine musikalische Reise in die Welt des Judentums mit traditionellen jüdischen Melodien und israelischen Volksliedern, die in verschiedenen jüdischen Sprachen wie Hebräisch, Jiddisch und Ladino gesungen werden, begleitet von Trompete, Akkordeon und Oud. Die aus Haifa stammende Trompeterin Yael Gat studierte in Tel Aviv und München. Ihre besondere Liebe gilt der jüdischen Musik.

Samstag, 21. Mai, 19.30 Uhr in der Erlöserkirche Bad Kissingen.

3. "Giacomo Meyerbeer: Meister der Grand Opéra" - Vortrag von Prof. Dr. Sabine Henze-Döhring.

Am 7. Juni 1863 traf Giacomo Meyerbeer in Kissingen ein, um seine Frau und seine Töchter zu besuchen. Es war das letzte Mal, dass sich die Eheleute sahen. Er starb ein knappes Jahr später in Paris. In ihrem Vortrag zeichnet Meyerbeer-Expertin Sabine Henze-Döhring ein interessantes Portrait des großen Komponisten und seiner bedeutendsten Werke mit zahlreichen Musikbeispielen.

Dienstag, 24. Mai, 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal im Landratsamt.

4. Mozart-Da-Ponte-Abend - Galakonzert des Opernstudio der Bayerischen Staatsoper: Das Konzert des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper mit Auszügen aus "Le nozze di Figaro", "Don Giovanni" und "Così fan tutte" ist eine Hommage an Mozarts Librettisten Lorenzo Da Ponte und sein bewegtes Leben. Das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper, das junge Sängerinnen und Sänger fördert, bürgt für musikalische Qualität. Durch das Konzert führt Tobias Truniger, der künstlerische Leiter des Opernstudios. Kartenvorverkauf über die Tourist-Information unter Tel. 0971 804 8-444.

Samstag, 4. Juni um 19.30 Uhr im Rossini-Saal

5. Mit Myrthen und Rosen... - Liederabend mit Matthias Winckhler (Bariton) und Marcelo Amaral (Klavier).

Matthias Winckhler hat eigens für die Jüdischen Kulturtage Bad Kissingen ein abwechslungsreiches Programm mit Heine-Vertonungen von Schumann, Mendelssohn, Wolf und Liszt sowie Liedern von Mahler und Korngold zusammengestellt. Am Klavier begleitet ihn der brasilianische Pianist Marcelo Amaral, der von der New York Times als "Liedbegleiter der Superlative" gefeiert. Kartenvorverkauf bei der Tourist-Information unter Tel. 0971 804 8-444.

Dienstag, 7. Juni um 19.30 Uhr im Rossini-Saal

6. "Also dann in Berlin..." - Artur und Maria Brauner - Lesung mit Gesang mit Alice Brauner, Laura Rosen und Boris Rosenthal.

Das Leben des legendären Filmproduzenten Artur "Atze" Brauner und seiner Frau Maria ist eine Geschichte vom Überleben im Krieg, von einer großen Liebe und dem Traum, Hollywood nach Berlin zu holen. Zurück aus Russland schmiedet Artur Brauner in Stettin 1945 Zukunftspläne. Auf dem Bahnhof begegnet er Maria, die hofft, in Warschau ihre Familie wiederzufinden. Jetzt erzählt ihre Tochter Alice Brauner die Geschichte ihrer Eltern und spannt den Bogen von der Kindheit in Polen bis hin zur jüngeren Vergangenheit. Musikalisch begleitet wird sie von der Nichte Laura Rosen und dem Musiker Boris Rosenthal. Karten nur im Vorverkauf ab Mitte April bei der Buchhandlung Seitenweise. Tel. 0971 46 46.

Freitag, 10. Juni um 19 Uhr in der Erlöserkirche Bad Kissingen.

Mehr Infos unter:

kultur-kg.de/juedische-kulturtage/