Die Stangenrother wollen endlich wieder einen Osterbrunnen haben. Der Musikverein will dafür sorgen, dass der schöne Brauch wieder auflebt. Dabei will man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, wie Regina Kirchner erklärt. "Wir haben uns im Musikverein Gedanken darüber gemacht, wo das Jugendorchester Stangenroth auftreten könnte. Da überlegten wir uns, dass wir das Schmücken des Osterbrunnens mit einem gemütlichen, unterhaltsamen Beisammensein kombinieren könnten." Denn auch die Dorfgemeinschaft soll neu belebt werden.

"Deshalb sind alle herzlich eingeladen, mitanzupacken und danach ein paar schöne Stunden zu verbringen". Ziel sei es, dass der Dorfbrunnen in österlichem Glanz erstrahlt so wie damals, als Familie Knüttel und andere ihn schmückten.


Seit 2010 nicht mehr

Seit 1993 wurde in Stangenroth der Dorfbrunnen in der Osterzeit geschmückt, der Brauch stammt vermutlich aus der Fränkischen Schweiz. Agnes Knüttel erinnert sich: "Der damalige Ortssprecher, Erich Metz, regte an, dass wir doch auch den Dorfbrunnen bei der Kirche österlich schmücken könnten." Sie und ihr Mann sowie weitere Stangenrother nahmen dies in die Hände.

Tannenwedel wurden nach Absprache mit dem Förster aus dem Wald geholt, zu filigranen Kränzen geflochten und Eier aus Plastik angeschafft. Jedes Jahr wurde der Brunnen geschmückt, bis 2010 dann diese Tradition eingestellt wurde. "Wir mussten aus Altersgründen damit aufhören", bedauert Agnes Knüttel. Doch der schön geschmückte Brunnen blieb immer im Gedächtnis der Stangenrother.

"Die Ostereier sind noch da, die Wedel bekommen wir vom Förster", freut sich Regina Kirchner. Und auch die Familie Knüttel ist ganz angetan von der Idee, die Tradition wieder aufleben zu lassen. "Das wichtigste ist natürlich, dass Helfer kommen. Allein schaffen wir es nicht", sagt Kirchner.


Treffpunkt um 12 Uhr

Besonders hoffen sie und ihr Team darauf, dass auch viele Kinder mit ihren Eltern bei der Aktion mitmachen. "Jung und alt kann kommen, jeder der Zeit und Lust hat." Am Samstag, den 8. April, treffen sich alle um 12 Uhr am Dorfbrunnen, um ihn in einen Osterbrunnen zu verwandeln. Mitzubringen sind dabei Gartenschere und Bindedraht. Ab 15 Uhr ist dann bei Kaffee und Kuchen gemütliches Beisammensein, wozu das Jugendorchester unter der Leitung von Christoph Gärtner aufspielt. Bei schlechtem Wetter finden die Vorbereitungen und auch das gemütliche Beisammensein im Feuerwehrhaus gleich nebenan statt.

Und auch Familie Knüttel wird vor Ort sein und mit Rat zur Seite stehen - schließlich hat sie lange Erfahrung beim Schmücken. "Uns hat es immer Spaß gemacht, auch wenn wir einen halben Tag Arbeit hatten", erinnert sich Walter Knüttel zurück. Eines wird aber heuer anders sein: "Bei uns gab es nach getaner Arbeit keine Musik. Für uns ist das eine Premiere."