Marion Reusch fischt aus einem Messingbottich voller Seifenwasser einen weißen Stoffsack. Sie sucht die Öffnung und schwingt den Sack hin und her. Luft sammelt sich darin. Schnell zwirbelt sie das Ende zusammen und hält den Baumwollballon über den Männerrücken vor ihr. Sie drückt den Sack zusammen, streift die Blasen ab und türmt einen Schaumberg auf. Auf der grünen Marmorplatte liegt Rainer Streit.
Der 54-Jährige gönnt sich heute eine Seifenschaummassage in der "KissSalis"-Therme. Ein Teil des orientalischen Reinigungsrituals "Hamam".


Entspannung nach der Schicht

Rainer Streit ist Stammgast in der Bad Kissinger Badeanlage. Er arbeitet in der Industrie im Schichtbetrieb und lässt sich ab und zu nach dem Dienst durchkneten. "Meistens ist dann der Rücken dran", sagt er. Vor einigen Jahren war er zum ersten Mal während eines Türkeiurlaubs in dem traditionellen Badehaus, dem Hamam. Dort ist er auf den Geschmack gekommen. Seitdem nutzt der Maßbacher auch das Angebot in der "KissSalis"-Therme.

Bevor er sich auf den beheizten Stein im Seifenmassageraum legt, schickt ihn Marion Reusch ins Dampfbad. "Zum Vorwärmen, damit sich die Poren öffnen", bei 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Nach gut zehn Minuten öffnet er die milchige Tür und tritt in den schwach beleuchteten Hamam-Raum. Der ist mit grünen Mosaikfliesen gekachelt. Heizelemente hinter den Wänden halten den Raum auf 30 Grad. Akkorde eines Gitarristen summen aus dem Lautsprecher. Es riecht nach Kräuteröl und Olivenseife. Beide tragen ein rot-weiß kariertes Badetuch, das typische Pestemal.

Marion Reusch lässt Wasser in eine blaue Glasschüssel fließen. In den nächsten 40 Minuten tut das die Therapeutin immer wieder. "Wasser hat Energie", sagt sie. "Die Leute können ihren Ballast abwerfen. Der Müll wird mit dem Wasser weggeschwemmt."


20 Jahre jünger zurück im Alltag

Mit flachen Messingschalen schöpft Marion Reusch das Wasser aus der Schüssel und gießt es über den Körper von Rainer Streit. Sie hat das Handwerk vor sieben Jahren von einem Türken gelernt. Schäumen, Drücken, Kneten, Abspülen, Waschen, Ölen: Während der Anwendung kommt sie ins Schwitzen. Bei einer vollständigen Hamam-Zeremonie, die über eineinhalb Stunden dauert, trinkt sie zwei Liter Wasser. Bei Rainer Streit zahlt sich die Anstrengung aus: "Man fühlt sich 20 Jahre jünger", sagt er nach seiner Seifenschaummassage und lacht. "Ich kann gut abschalten." Das ist es, was Marion Reusch will. "Damit er mit neuer Energie zurück in den Alltag gehen kann."

Aktion Jeder, der am gleichen Tag wie die "KissSalis" Geburtstag hat (28. Februar) und aus dem Landkreis Bad Kis singen kommt, erhält von dem Bad einen Gutschein für einen dreistündigen Thermeneintritt. Mit ihrem Ausweis können sich die Geburtstagskinder das Geschenk bis zum 28. Februar bei der Therme persönlich abholen oder ihre Daten per Fax (0971/ 826 699) oder Mail (marketing@kisssalis.de) übermitteln und den Gutschein nach Hause ordern.

Jubiläum Vor zehn Jahren kamen die ersten Gäste in die "KissSalis"-Therme. Am Freitag, 28. Februar, feiert der Betrieb sein Jubiläumsfest. Sonderaufgüsse, Schnuppermassagen und Livemusik von den Rossinis soll es geben. Eine Show, die Architektur und Wasser verbindet, soll am Abend der Höhepunkt sein.