Gunnar Hiller, der Seniorchef der Firma Gunnar Hiller Immobilienservice KG, kommt zurzeit jeden Tag von Niederwerrn nach Nüdlingen. Sein Ziel ist die Baustelle der Seniorenwohnanlage an der Ümpfig-Straße. Sie ist, so Bürgermeister Harald Hofmann (CSU), das größte Hochbauprojekt in Nüdlingen seit vielen Jahrzehnten. Zusammen mit seinem Sohn Benjamin ist Gunnar Hiller der Investor dieser Anlage. In dem Komplex entstehen in zwei fast parallel laufenden Bauabschnitten 18 barrierefreie und seniorengerechte Wohnungen sowie eine Tagespflege-Einrichtung und Sozialstation, die der örtliche Pflegedienst Flip betreiben wird. Das Rote Kreuz kümmert sich um einen Hausnotruf, Essen auf Rädern und weitere soziale Dienste. Unser Mitarbeiter besuchte Gunnar Hiller auf der Baustelle.

Frühzeitig Gelände gekauft

In der Gemeinde war schon im Jahr 2004 der Wunsch nach einer Wohnanlage für Senioren laut geworden. Deshalb kaufte die Gemeinde damals der Gärtnerei an der Ümpfig-Straße ein größeres geeignetes Gelände ab. Zunächst schwankte der Gemeinderat vor zehn Jahren zwischen dem Bau einer stationären Pflegeeinrichtung und einer ambulanten Tagespflege. Doch im Verlauf der Zeit wurde deutlich, dass die heutigen Senioren auch im hohen Alter selbstbestimmt leben wollen. Deshalb fiel schließlich die Entscheidung zugunsten einer Wohnanlage für Senioren mit einem integrierten Pflegestützpunkt aus Tagespflege und ambulantem Pflegedienst. 2017 wurden Gespräche mit potenziellen Investoren aufgenommen und das Grundstück dann für einen ersten Interessenten reserviert. Aber als sich nichts tat, wurde die Reservierung im April 2019 rückgängig gemacht.

Bald darauf entschied sich der Gemeinderat für den Gunnar Hiller Immobilienservice KG aus Niederwerrn als Investor, der bereits mehrere Wohnanlagen für seniorengerechtes und barrierefreies Wohnen sowie zwei Pflegeheime hatte errichten lassen. Im September 2019 genehmigte der Gemeinderat eine Bauvoranfrage. Mit diesem Unternehmen ging die Angelegenheit dann recht zügig voran.

Wenige Tage nach Erteilung der Baugenehmigung fiel Ende August 2020 offiziell der Startschuss für die Anlage. Richtig loslegen konnten die Arbeiter allerdings erst im Oktober, da es Verzögerungen durch notwendige archäologische Ausgrabungen gab. Ausfallen musste wegen Corona das traditionelle Richtfest, das im März hätte stattfinden sollen. Bei der Einweihung werden auch die Arbeiter und Handwerker auf ihre Kosten kommen, verspricht der Investor. Soweit die Vorgeschichte.

Pflegedienst im Erdgeschoss

Der erste Bauabschnitt der Seniorenanlage soll im September bezugsfertig sein, der zweite bereits im Monat darauf. Die Einzugstermine werden so gestaffelt, dass pro Woche drei bis vier Wohnungen bezogen werden können. Damit sollen Probleme mit den Fahrzeugen von Möbelspeditionen vermieden werden, sagt Gunnar Hiller. In jedem der beiden Bauabschnitte sollen 18 Wohnungen entstehen. Drei von ihnen haben zwei Zimmer, ebenfalls drei vier Zimmer, der große Rest sind jeweils Dreizimmer-Wohnungen. Auf jeden der beiden Baukomplexe gibt es außerdem eine Penthouse. Jede der Wohnungen hat einen zehn Quadratmeter großen Balkon. Die Seniorenanlage hat außerdem einen sehr ansprechenden Innenhof im Toskana-Stil. Gunnar Hiller legt Wert darauf, dass sämtliche Wohnungen, die natürlich barrierefrei sind, nicht verkauft werden, sondern vermietet. Vor wenigen Tagen hat die Vermietung begonnen, ein Drittel der Wohnungen ist bereits weg. Der Mietpreis beträgt sieben Euro pro Quadratmeter. Im Erdgeschoss sind 380 Quadratmeter für den Pflegedienst Flip reserviert, der hier eine Sozialstation mit einer Tagespflege eröffnet. Das Unternehmen ist seit dem Jahr 2016 in Nördlingen tätig.