Schon früh sind sie unterwegs, egal, wie schlecht das Wetter ist. Die Räumdienste in Bad Kissingen und Umgebung trauen sich auf die verschneiten und glatten Straßen, wenn jeder andere lieber daheimbleibt. Das ist kein einfacher Job. Um 24 Stunden Verkehrssicherheit zu garantieren, kontrollieren jeden Tag zwei wechselnde Mitarbeiter von der Hofbereitschaft der Stadt Bad Kissingen die Wege. So schätzen sie ein, ob ein Räumdienst bereits gebraucht wird. Ist dem so, rücken die Mitarbeiter in verschiedenen Fahrzeugen aus. In der Kurstadt gibt es beispielsweise zwei Groß-Lkw, einen Unimog und weitere kleinere Fahrzeuge, damit auch schmale Wege geräumt werden können. Ralf Schachner vom Bad Kissinger Servicebetrieb erzählt, dass allein für die Stadt ungefähr 500 Tonnen Streusalz eingelagert werden.

Die meisten Straßen, so erzählt Schachner weiter, räume die Stadt selbst. Dabei unterscheide man grundsätzlich in drei Kategorien: Die wichtigen Straßen, die immer geräumt werden, beispielsweise die Wege für den Busverkehr. Die zweite Priorität sind die gefährlichen Stellen, zum Beispiel viel befahrene Verkehrswege. Übrig bleiben die Nebenstrecken, bei denen der Räumdienst erst ab zehn Zentimetern Schnee anrückt. So wird die Umwelt durch das Streusalz weniger belastet, sagt Schachner.

Räumen im Schichtdienst

Insgesamt werden im Stadtgebiet circa 143 Kilometer Straßen betreut, dazu noch 54 Kilometer Gehwege. Letztere räumen vor allem externe Firmen, weil der städtische Servicebetrieb diese nicht allein abarbeiten kann. Allgemein betreuen die Anlieger jedoch die Gehwege selbst. Beim Winterräumdienst der Stadt Bad Kissingen sind 30 Mitarbeitende beschäftigt, die in drei Gruppen aufgeteilt sind. Davon ist eine Gruppe für den Frühdienst, eine zweite für den Spätdienst verantwortlich. Die Dritte befindet sich im Regeldienst, das heißt die Arbeiter gehen ihrer regulären Arbeit nach. Von Freitag auf Samstag werden die Gruppen getauscht.

Während der jeweiligen Schicht des Winterdienstes befindet sich ein Mitarbeiter in der Werkstatt, die anderen neun sind mit verschiedenen Fahrzeugen unterwegs. Jedes hat seinen eigenen festgeschriebenen Weg, den es abfahren muss.

Durch den Schichtbetrieb garantiert der Räumdienst bei Bedarf von früh um vier bis abends um acht Uhr die Sicherheit auf den Straßen. Auch wenn der Großteil der Wege mit Unimogs und Co. geräumt wird, gibt es zudem eine Handkolonne, die aus zwei externen Mitarbeitern besteht. Diese verteilen beispielsweise Sand, etwa auf Spazierwegen. "Handstreuarbeiten sind aber überwiegend nicht mehr zeitgemäß", meint Schachner.

2100 Tonnen Salz für Kreisstraßen

Wie sieht es in den Gemeinden des Landkreises aus? Michael Schmitt ist der Bauhofleiter in Oerlenbach und verantwortlich fürs Schneeräumen in der Gemeinde mit den Ortsteilen Rottershausen, Eltingshausen und Ebenhausen. Jeden Tag räumen die Winterdienstler insgesamt 50 bis 60 Kilometer an Strecke, beispielsweise mit Unimog oder einem kleineren Gehwegfahrzeug. In Oerlenbach sind für den Winter 50 Tonnen Streusalz in Silos eingelagert. Da die Salzmengen begrenzt seien, achte man darauf, diese möglichst sinnvoll einzusetzen. Man gebe so auch auf die Umwelt acht, meint Schmitt.

Es gibt sieben Mitarbeiter im Räumdienst. Auch hier wird wöchentlich gewechselt, denn der Winterdienst "geht nach einer Woche schon an die Substanz", meint der Oerlenbacher Bauhofleiter. Der Kreisbauhof, der sich auch in Oerlenbach befindet, ist zuständig für die Räumung der Kreisstraßen. Für diesen Winter sind laut Landratsamt circa 2100 Tonnen Salz dafür eingelagert. 15 Mitarbeiter arbeiten in vier Schichten. Zwischen 22 Uhr abends und 3 Uhr morgens finden allerdings keine Winterdiensteinsätze statt.