Die bayerische Gesundheitsministerin, Melanie Huml (CSU), hatte gestern zwei Förderbescheide im Gepäck. Insgesamt steckt der Freistaat fast 600 000 Euro in die Region. Ein Bescheid ging an das Zentrum für Telemedizin (ZTM) in Bad Kissingen, der zweite an das Bäderland Bayerische Rhön mit dem Titel "Gesundheitsregion plus". Mit dem Geld soll die Digitalisierung vorangetrieben werden und die Gesundheitsversorgung gestärkt werden.

"Wir sehen es als
wertvollen Anreiz und Impuls für eigene Aktivitäten. Nur mit der Staatsförderung kommen wir nicht weit", sagt Thomas Habermann (CSU), Landrat im Kreis Rhön-Grabfeld, für das Bäderland Bayerische Rhön. Das setzt sich aus den Regionen um Bad Neustadt, Bad Königshofen, Bad Kissingen, Bad Brückenau und Bad Bocklet zusammen. Staatsministerin Huml knüpft zwei Bedingungen an den Titel "Gesundheitsregion plus": Die Gesundheitsvorsorge und die -versorgung "müssen mit Leben gefüllt werden". Die ganze Region kooperiere beispielhaft miteinander, meint sie. "Ich würde mir für meine oberfränkischen Kollegen auch so eine Zusammenarbeit wünschen", sagt die Ministerin, die aus Bamberg stammt.

Telemedizin als Zukunftschance

Den zweiten Förderbescheid erhielt das ZTM in Bad Kissingen. In seinem vierten Betriebsjahr will das Unternehmen damit mehrere Projekte angehen: Die Betreuung von Adipositas-Patienten verbessern und die 24-Stunden-Betreuung von Senioren in Verbindung mit einem ambulanten Pflegedienst und der Technik entwickeln. "Wir wollen Modellregion im Bereich Telemedizin werden und uns bundesweit profilieren", sagt Landrat Thomas Bold (CSU). Melanie Huml sieht im Kissinger Zentrum "große Zukunftschancen". "Wir wollen, dass es hier weitergeht. Die Menschen brauchen diese Techniken."