Die im ganzen Landkreis beliebten Steinacher Büttenabende gab es pandemiebedingt zuletzt vor zwei Jahren. Deshalb wollten die Verantwortlichen des Heimatvereins nicht länger warten und haben ihre diesjährigen Büttenabende in der Henneberghalle kurzerhand auf den 13. und 14. Mai verschoben. "Wat mutt, dat mutt" ist deshalb auch das selbstbewusste Motto. Die Stänicher Büttenabende sind schließlich Kult, so die einhellige Meinung des Vorstands. "Sie stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl im Ort", begründet Sitzungspräsident und Heimatvereinsvorsitzender Andreas Alles die ungewöhnliche Verschiebung des Faschings in den Wonnemonat Mai. "Besondere Situationen wie die Pandemie erfordern eben besondere Maßnahmen und auch mal Ausnahmen."

Monatelange Proben

Schon 2019 hatten sich die Stänicher Fosenöchter das Motto "Helau auf der Reeperbahn - Bütt Ahoi" für den nächsten Fasching ausgedacht. Seit vergangenem Sommer proben die vier Steinacher Garden und brennen darauf, ihre Tänze vor Publikum aufführen zu dürfen. Das von Malermeister Gerhard Dünisch mit fleißigen Helfern gemalte Bühnenbild der Hamburg-Kulisse ist seit Monaten fertig. Die Büttenredner mussten ihre Texte mehrfach aktualisieren, um mit ihren Pointen punktgenau treffen zu können.

Dies gilt vor allem für die beiden Stargäste, den überregional bekannten Mundart-Kabarettisten Fredi Breunig sowie Joachim Markert, Sitzungspräsident des Oberfladunger Carneval Clubs, die an beiden Abenden die Lachmuskeln der Gäste gehörig strapazieren wollen.

Nicht alle einverstanden

Da der Heimatverein alle Gäste diesmal nach Hamburg auf den Fischmarkt, die Reeperbahn und den Kiez entführen will, haben die Organisatoren für sich die "Große Freiheit" prompt wörtlich genommen und setzen sich über die Empfehlungen des Dachverbandes hinweg, der für alle Faschingsveranstaltungen nach Aschermittwoch ein Ordens- und Helau-Verbot ausgesprochen hatte.

"Wir fühlen uns nicht verpflichtet, diesen Empfehlungen zu folgen", lautet die selbstbewusste Entscheidung der Veranstalter, die allerdings nicht allen Steinachern zu gefallen scheint, wie man an überklebten Plakaten am Ortseingang schon sehen konnte. Doch mit ihrer Aufmüpfigkeit folgen die Faschingsfreunde eigentlich genau jenem Brauchtum, sich mit Humor gegen die Obrigkeit zu widersetzen. Das Publikum darf also gespannt sein, wenn es am 13. und 14. Mai ab 7 nach 7 endlich wieder heißt: "Stänich Helau!"

Termin

"Wat mutt, dat mutt", Steinacher Büttenabende am 13. und 14. Mai, Henneberghalle, Einlass jeweils ab 18 Uhr, Beginn 19.07 Uhr, Vorverkauf: ab 23. April im Pfarrhaus (8 bis 12 Uhr), später bei Fernseh Voll.