Die Sanierung der Wilhelm-Hegler-Halle ist unaufschiebbar. In den Kosten von fünf Millionen Euro sind Verlängerung und Erhöhung der Sportstätte inbegriffen. Der Sportbetrieb wird verbessert, zumal zusätzliche Gymnastikräume im Obergeschoss geschaffen werden. Hintergründe und Details erläuterte Bürgermeister Siegfried Erhard in einer außerordentlichen Bürgerversammlung, zu der 60 Bewohner gekommen waren.

"Der Bau ist in die Jahre gekommen. Schon 2011 sollten Heizung und Lüftung fünf insgesamt 400.000 Euro erneuert werden. Das bedeutete Eingriffe in die Statik, die aber völlig ausgereizt ist und keine Verbesserungen wie zu Dämmung und Heizsystem zulässt", informierte Erhard.

Neue Vorschriften zu Versammlungsstätten- und Energiesparverordnung, Brandschutz, Trinkwasserversorgung und Planungsverfahren seien hinzugekommen. "Eigentlich wollten wir schon in diesem Jahr die Maßnahme umsetzen. Die Auflagen erforderten mehr Zeit und damit eine Verschiebung auf 2014", ergänzte der Bürgermeister und legte ein Schreiben des Landratsamts vor, in dem sicherheitstechnische Mängel betont wurden und die weitere Nutzung nicht mehr möglich sei, wenn die Defizite nicht behoben würden. Die eingebauten Lüftungskanäle seien nicht mehr zulässig, die Wasserversorgung grenzwertig. Für das Dach müssten die Pfeiler verstärkt werden.

Europaweite Ausschreibung

Wegen der Kostenhöhe musste ein so genanntes VOF-Verfahren für die Planung durchgeführt werden. Gemäß europaweiter Ausschreibung erhielt das Architekturbüro Johannes Messerschmitt (Bad Kissingen) den Auftrag. Mit der Energieplanung beauftragte der Gemeinderat Gerald Röder (Bad Kissingen), mit der Statik die Ingenieure Glatt und Wolf (Bad Kissingen), mit Heizung, Lüftung und Sanitär die Helferich Ingenieure (Bad Kissingen) und mit den technischen Anlagen das Ingenieurbüro Burmester (Würzburg). Sie ermittelten die einzelnen Kostenanteile, die sich am Ende auf an die fünf Millionen Euro summierten.

Rücklagen und Zuschüsse

"Wir haben Rücklagen: 750.000 Euro speziell für die Halle und eine niedrige siebenstellige Summe allgemeiner Art. Über die Schulsportstättenförderung seien 600.000 Euro zu erwarten. Weitere Zuschüsse bringen Led-Beleuchtung und Überschreitung der energetischen Mindestanforderungen", erklärte Erhard zur Finanzierung und fügte mit Plänen die baulichen Veränderungen an. Mit der Erhöhung, die baulich Mehrkosten von 84.000 Euro ausmache, entstünden im Obergeschoss zusätzliche Gymnastikräume, die die Belegung entspannten, dazu Behinderten-WC, Stauräume und Tribüne. Keine baulichen Eingriffe erfolgten in Umkleide- und Duschtrakt, Versorgungsbereich sowie im Untergeschoss für Kegelbahn und Schützenheim.

Die Halle selbst werde abgebrochen und um drei Meter versetzt neu aufgebaut. Vorgesehen sei Pelletheizung mit Deckenstrahlungswärme. Ein gesamter Neubau käme auf die doppelte Summe.

Peter Iberl, der sich in der Bürgersprechstunde der "Überörtlichen" zur Hallenhöhe geäußert hatte, stellte zum Pressebericht - von der Gruppierung weiter gegeben - klar, dass er die Planungen vor allem für Volley- und Fußball begrüße: "Die Erhöhung ist eine tolle Sache."

Michael Bohl hakte zur Finanzierung nach: "Ich habe kein Verständnis, dass amtierender Gemeinderat und Bürgermeister ein Millionenprojekt verabschieden und dem neuen Gremium samt neuem Bürgermeister als Last auferlegen." Diesen Einwand wies Erhard entschieden zurück: "Der Schritt ist längst geplant, finanziell vertretbar und unaufschiebbar. Sonst müssen wir die Halle zumachen."

Auf Nachfrage von Peter Steuerwald ergänzte der Bürgermeister, dass die Halle in Richtung Eltingshausen verlängert und die Stromversorgung neu verlegt werde sowie im Foyer eine Küchenzeile eingerichtet werden könne.

Vereine werden eingebunden

In Ausstattung würden die Vereine einbezogen. Die Halle bekomme eine Lautsprecheranlage für Durchsagen, aber nicht für Musik. Kegelbahn und Schützenheim würden nur kurzzeitig gesperrt. Vierbahnkegelanlage und neue Sanitäranlagen im Untergeschoss seien finanziell nicht zu stemmen. "Sanierung und Erweiterung der Halle sind gut und dringend geboten", fasste Peter Steuerwald zusammen.

In einer Bürgerversammlung zeigte Bürgermeister Siegfried Erhard Notwendigkeit, Planungen, Ausführung und Finanzierung auf.