Der Markt Sulzthal hätte sich das Projekt als solches nicht leisten können, sagte Bürgermeister August Weingart beim Treffen mit Peter Piel von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt und Jan Hochstein vom Landschaftspflegeverband Bad Kissingen. Die Rede war von einem rund 120 Meter langen Teilstück der ehemaligen Weinbergmauer entlang der "Alten Straße", der restaurierten Kreuzigungsgruppe und dem dazugehörigen Treppenaufgang. Finanziert wurde das Projekt aus dem Bayerischen Naturschutzfond, in den die Firma Enercon Ausgleichszahlungen für das Aufstellen der drei Windräder im Sulzthaler Gemeindewald tätigte.

Aus diesem Fond können naturschutzfachliche, kulturhistorische oder auch Denkmalschutzmaßnahmen bestritten und abgerechnet werden. Die sanierte Mauer sei Schutz für den oberhalb liegenden Magerrasen, biete aber auch Versteckmöglichkeiten für Kleintiere wie Eidechsen, sagte Piel. Die erste Ausschreibung hätte nicht zu einem wirtschaftlichen Ergebnis geführt, deutete Hochstein an. Als Grundlage habe der Landschaftspflegeverband natürlich nur die sichtbaren Teile von Mauer und Treppe hernehmen können. Teilweise sei dann über die Hälfte zugedeckt gewesen, wodurch sich der Aufwand mehr als verdoppelt habe.

Mit der zweiten Ausschreibung habe dann die Firma d-m-g Garten- und Landschaftsbau aus Burglauer den Zuschlag erhalten. Die alten Steine hätten dabei nicht komplett wieder verwendet werden können. Die drei stuften die Arbeiten als fachlich sauber ein, "die Mauer sollte jetzt wieder 70 oder 80 Jahre halten", schätzte es Hochstein ein. Nicht zuletzt aufgrund der Lage, zog Weingart einen positiven Effekt aus dem Projekt. Es hätte stets ein gutes Einvernehmen unter allen Beteiligten gegeben. Sein Lob galt auch den Feldgeschworenen, die die Grenzsteine gesichert und teilweise neu gesetzt hätten.

Stolz präsentierte er auch die restaurierte Kreuzigungsgruppe, bei der mittlerweile auch die Inschrift fertig gestellt worden sei. Für die Restaurierung der Kreuzigungsgruppe habe es einen Zuschuss vom Landesamt für Denkmalpflege gegeben. Die Stufen wurden abgebaut und in der Werkstatt der Firma neu hergerichtet und gesäubert. Danach wurde der Treppenaufgang zur Gruppe komplett neu gesetzt.

Das Kruzifix flankiert von Assistenzfiguren auf einem Sockel wurde laut Inschrift im Jahr 1881 gestiftet. Die Treppenanlage davor besteht aus Muschelkalk, die Figuren aus Sandstein und zum Teil Gips. Das Baudenkmal stand bis vor kurzem auf Privatgrund, die Gemeinde erwarb die Fläche mittlerweile. Das Ensemble steht an der so genannten Alten Straße, über die früher der größte Teil der Gemarkung südlich des Ortes erschlossen wurde. Erst im Jahr 1854 wurde die heutige Serpentinen-Straße bis zur Kreuzkapelle erbaut. Im Ort heißt sie bis heute "Neue Straße".