Das "Scharnier" zwischen dem Fränkischen Weinland und der Rhön erlebte seine Premiere vor den Toren der Landmarke Trimburg. Der "Wein- und Genuss-Wanderweg" durch das Saaletal führt von Bad Kissingen bis nach Gemünden/Main und verbindet damit auch die Wanderwege "Spessartweg 1" und den "Hochrhöner".

Vor gut einem Jahrzehnt reifte die Idee eines durchgängigen Wanderwegs. Im Jahr 2015 stellte die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) Fördermittel für das Projekt der Arbeitsgemeinschaft (AG) "Frankens Saalestück" in Aussicht, die mit der Zusage der Mitglieder den Förderantrag stellte. Nach finanzieller Beteiligung der Stadt Gemünden und der Gemeinde Gräfendorf gelang die Realisierung des lang gehegten Wunsches. Die Gesamtkosten inklusive Flyer, Beschilderung und flankierende Arbeiten für den Wein- und Genussweg belaufen sich auf rund 20 000 Euro, von den die LWG die Hälfte übernimmt.

Mancher mag ob der schier endlosen Wartezeit den Glauben an die Umsetzung schon verloren haben. Umso größer war die Freude bei den Ex-und Neu-Bürgermeistern der angeschlossenen Gemeinden, bei Rhön-Klub-Vorsitzenden, Alfred Jeurink und Bürgermeister Armin Warmuth, dem Sprecher von Frankens Saalestück. Er betonte vor Ort: "Wir müssen uns besser verkaufen und alle daran mitarbeiten. Der Gast kennt keine Landkreisgrenzen". Fast einmütige, weitere Unterstützung hatte Frankens Saalestück bereits durch ein Kreistags-Votum erhalten.

Die gesamte Strecke durch das Saaletal beträgt rund ca. 65 Kilometer und ist im ersten Teilabschnitt von Bad Kissingen nach Elfershausen in zwei Varianten gesplittet, von denen eine über Euerdorf und Aura, die zweite über Ramsthal und Sulzthal führt, die sich an der Trimburg zu einer gemeinsamen Trasse mit dem Ziel Gemünden vereinen. Durchaus nicht nur für "Profis auf Schuster Rappen" gedacht, empfehlen sich für Hobbyisten fünf Tagesetappen mit jeweils 15 Kilometern. Für alle, die Teilstücke erwandern, steht zudem die Erfurter Bahn für eine Unterbrechung zur Verfügung, die in weiten Teilen parallel zum Wanderweg verläuft.

Märsche sind nicht die Intension der Route. Sicher, wer will, kann sie absolviere, doch im Mittelpunkt stehen der Wein und der Genuss regionaler Produkte und damit die Gasthöfe, Weingüter, Häcker-Wirtschaften und Selbstvermarkter im Saaletal. Eine der jüngsten Attraktionen findet sich im Elfershausener Neubaugebiet, in dem die Winzerfamilie Hümmler eine beeindruckende Winzerhalle gebaut hat, für Verkostung und Verkauf.

Warmuth und sein Amtskollege Johannes Krumm aus Elfershausen würdigten unter anderem Koordinator Geerd Müller und seine Mitstreiter, die den Glauben an das Projekt nie verloren hätten. Mit dem Zerschneiden des obligatorischen Bandes erhielt der Wein- und Genusswanderweg danach seine offizielle Übergabe.

Im Anschluss wanderten die Gäste von der Trimburg zum Weingut Hümmler nach Elfershausen, wo eine Brotzeit wartete. Joachim Hümmler flocht eine Führung durch die Kelterhalle und die Arbeitsräume seins neuen "Schmuckstücks" an. Den Abschluss bildete die Verabschiedung der ehemaligen Bürgermeister, die aus - dem Vernehmen nach - künftigen Zweckverband ausschieden.