Seit 18 Jahren organisiert der Diebacher Vereinsring nun schon einen Adventsmarkt im Ort. Vergangenes Wochenende konnte das Event, nach zwei Jahren Corona-Zwangspause, endlich wieder stattfinden. "Es wurde einiges geboten", freut sich die Ortsbeauftragte, Elisabeth Assmann. Gemeinsam mit Völker Büchs kümmerte sie sich vor allem um das musikalische Programm. Highlight des Wochenendes war das Konzert des Chors "ma so ma so" aus Gräfendorf. Doch nicht nur musikalisch war einiges geboten, ebenfalls viele handwerkliche sowie kulinarische Aussteller waren vor Ort. Ob der Weihnachtsmarkt überhaupt ausgerichtet werden konnte, war allerdings lange unklar. In Zukunft sieht es auch bei der Durchführung anderer traditioneller Veranstaltungen, wie zum Beispiel beim Faschingsumzug oder der Winter-Beach-Party, eher schlecht aus.

Der Nachwuchs fehlt

"Der Adventsmarkt wurde enorm gut angenommen", resümiert auch der Vorsitzende des Vereinsrings, Armin Kachelmann. Vor allem am Samstag sei der Zustrom enorm gewesen, mehr noch als vor der Pandemie. 2020 übernahm er den Posten des Vorsitzenden von seinem Vorgänger Fritz Gensler. Während der Pandemie sei das Engagement in den Vereinen etwas zurückgegangen, erzählt die Ortsbeauftragte. Kachelmann sieht das ähnlich: "Die Vereine sind die Schmiede unserer Gesellschaft. Aktuell gestaltet es sich allerdings etwas schwieriger, die Mitglieder zum Engagement zu bewegen." Das Problem: Die Organisation solcher Veranstaltungen wie des Adventsmarktes ist keine leichte Aufgabe "Um so etwas auf die Beine zu stellen, müssen es alle wollen und an einem Strang ziehen", weiß Kachelmann aus Erfahrung. Ohne Helfer wird es in Zukunft also auch keine Events mehr geben.

Zur Freude der beiden Organisatoren hatten sich für den Adventsmarkt genügend Helfer gefunden. "Wir sind froh, dass der Adventsmarkt nun endlich wieder stattgefunden hat", freut sich Assmann. Im Vorfeld gab es zwei Sitzungen des Vereinsrings gemeinsam mit allen Vorständen der Diebacher Vereine. "Wenn man die Aufgaben splittet, dann funktioniert das auch", weiß Kachelmann. Für das zukünftige Bestehen des Adventsmarktes ist er positiv gestimmt - anders als bei anderen Diebacher Veranstaltungen.

Die große Helferanzahl schreibt er aber vor allem dem hohen Traditionswert solcher Weihnachtsmärkte zu. "Die, die sich immer engagiert haben, engagieren sich auch weiterhin. Nach der Pandemie muss sich das Ganze nur wieder etwas einspielen", ist er sich sicher. Aber nicht nur die bereits bekannten Ehrenamtlichen halfen bei der Planung und Durchführung des Adventsmarktes mit, auch einige neue Mitglieder haben sich, zur Freude der Ortsbeauftragten, an dem Event beteiligt. Das Problem: Bei den Diebachern fehlt, wie in vielen anderen Dörfern auch, der Nachwuchs in den Vereinen. Den Gesangsverein musste der Hammelburger Ortsteil deshalb schon auflösen.

Kein Faschingsumzug

"Viele Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Faschingsumzug oder die Winter-Beach-Party, fallen in Zukunft vermutlich weg", erzählt die Ortsbeauftragte. Nicht nur der Nachwuchs fehlt, auch die Auflagen solcher Veranstaltungen sind riesig. Beim Faschingsumzug bräuchte es neben professioneller Security auch Begleitpersonen für jeden Umzugswagen und vieles mehr. Ebenfalls die Personenanzahl in geschlossenen Räumen muss strengstens überwacht werden. "Wenn du in einer Halle, die für 1000 Leute geeignet ist, 1500 drin hast, machst du schon etwas Illegales", betont der Vorsitzende. Hierbei spielen vor allem die Brandschutzverordnungen eine große Rolle. Die Rahmenbedingungen, solche Veranstaltungen überhaupt noch durchführen zu dürfen, sind also extrem hart. "Diese Events ruhen also leider vorerst, weil schlichtweg keiner mehr den Mut hat, die Verantwortung auf sich zu nehmen", sagt Kachelmann.