Den Friedhof ziert zu den "Stillen Tagen" ein neu angelegtes Urnengräberfeld, dessen Zustandekommen die Gemeinde der Rentner-Wandergruppe verdankt. Die zwölf Urnengräber an der Friedhofsmauer entstanden in 150 freiwilligen Arbeitsstunden, für die der Markt die Materialkosten von rund 1800 Euro bereitstellte.

Zur Segnung nach dem Gottesdienst am Sonntag zeigte sich - wieder einmal - dass die Rentner-Wandergruppe nicht nur wandert, sondern für ihren Heimatort auch tätig wird, insbesondere auf dem Gottesacker. Die Idee von Sebastian Reuter, Urnengräber anzulegen, hatte ungeteilte Zustimmung im Gemeinderat gefunden. Damit war der Weg für die "Oldies" im Spätsommer frei, um ihr Vorhaben zu verwirklichen.

Sebastian Reuter, Otmar Pfister, Alfred Strauß, Ludwig Pfülb, Georg Geisel und Manfred Keller nutzten ihr Erfahrung und ihre Fähigkeiten, auf dem Langendorfer Friedhof eine weitere Bestattungsmöglichkeit zu schaffen, die durchaus gebraucht wurde. Als hilfreich erwies es sich dabei, die Beratung des Hammelburgers August Brendan in Anspruch zu nehmen, der maßgeblich dem Städtischen Friedhof sein ansehnliches Aussehen gegeben hat.

Lob für das Engagement gab es vom 2. Bürgermeister des Marktes Elfershausen, Jürgen Englert. Der Gemeinderat habe den Vorschlag, ein Urnengräberfeld anzulegen, positiv bewertet - auch unter dem Aspekt des tiefgreifenden Wandels der Bestattungsformen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass diese neu geschaffene Möglichkeit angenommen wird", betonte Englert, der den Rentnern eine Spende des Marktes überreichte. Pfarrer Norbert Wahler und Prädikant Klaus Voshage nahmen die Segnung der neuen Ruhestätte vor. Wer ist eigentlich diese fast nur Insidern bekannte "Rentner-Wandergruppe"? "Wir haben uns 2001 erstmals bei der Fertigstellung des Kirchplatzes engagiert", sagt Sebastian Reuter. Daraus entstand das Team, das heuer sein 15-jähriges Bestehen feiert. Wandern ist die eine Sache. Doch sich für seine Umgebung, seine Heimat, einzubringen, steht bei den "Good Old Boys" noch höher im Kurs.


Immer wieder im Einsatz

Denn die Pflasterung des Kirchplatzes blieb beileibe nicht die einzige Aktion der Rentnerband, die bei der Gestaltung des Friedhofs und besonders der Wege vor zwei Jahren fachkundige Arbeit leistete. Als zum Verbandeln der Friedhofsmauer Freiwillige gesucht wurden - die diese Aufgabe auch beherrschen - waren die Rentner zur Stelle, ebenso wie bei der Restaurierung des Marienhäuschens in der Wülfershausener Straße.

Ihre wieder errichtete überdachte fränkische Brunnen-Stube, die jetzt am Dorfplatz steht, verdankt Langendorf dem Fleiß und dem Können dieser Freiwilligen. "Der Brunnen, der früher in der Brunnengasse stand, wurde bei einem Unfall zerstört. Unserem Bestreben, den Brunnen wieder zu errichten, standen jedoch die Anwohner entgegen, die das Bauwerk hier nicht mehr wollten", erinnert sich Reuter.

"Wir legten das Brunnenhäuschen ins Lager und richteten es später am Kirchplatz auf. Mit Hilfe von Spenden durch Vereine und Privatpersonen gelang es, das historische Relikt fast naturgetreu zu rekonstruieren", erinnert sich Alfred Strauß. Auch bei der Errichtung des Buswartehäuschens am Westheimer Weg war es die Rentnergruppe, die sich verdient machte - und dem Markt etliche Euro einsparte.

Ist die "Rentner-Wandergruppe" damit noch eine solche oder sollte sie sich besser zum "Freiwilligen Arbeitseinsatz-Team" umtaufen? Nein. Ihr eigentliches Hobby bleibt das Wandern in der Umgebung oder auch einmal Fahrten zu neuen Projekten in der Region, bei denen sich "Oldies" Anregungen holen. "Das behalten wir bei", versichert Otmar Pfister.