Zum Waldspaziergang rund um die Eiche mit Förster Christoph Uffelmann und dem Bund Naturschutz kamen rund 25 Interessierte. Vorbei an der 500 Jahre alten Eiche an der neu errichteten Unterstellhütte führte der Weg in einen Teil des Wittershäuser Rechtlerwaldes. Gerade an der ersten Station im Leimschläglein zeigte sich, wie wichtig der Eichenanteil ist, wenn es um einen langfristig gesunden Baumbestand trotz Klimaerwärmung geht. Denn bei Fichte, Kiefer und auch Buche sind schon verstärkt Schäden sichtbar. Hier mussten in den letzten Jahren vor allem die Nadelholzbäume wegen Käferbefall entnommen werden. Meist nehmen die Schädlinge überhand, wenn die Bäume durch Hitze und Trockenheit vorgeschädigt sind.

Regen hat dem Wald gut getan

Der diesjährige höhere Niederschlag hat dem Wald sichtlich gut getan. Trotzdem gibt es dieses Jahr zum dritten Mal in Folge, im Bereich Wittershausen eine sogenannte Eichelmast. Dies ist unter anderem ein Zeichen dafür, dass die Bäume gestresst sind und durch verstärkte Fruchtbildung ihr Überleben sichern möchten. Normal wäre eine Eichelmast alle sieben Jahre.

Förster Uffelmann wies auf die von den Holzrechtlern in Eigenleistung in den Waldhang angelegten drei Rückhaltebecken hin. Der Wald an sich habe ja schon eine starke Schwammfunktion für Niederschläge, aber immer stärkere Gewitter benötigten im steilen Gelände auch geformte Rückhaltebecken, die den sturzartig ankommenden Niederschlag zurückhalten. Wie schön zu erkennen war, geht das auch ohne Beton und bietet zusätzlichen Lebensraum für Amphibien oder Vögel wie den Schwarzstorch.

In der Abteilung Lörenteicht, einem ehemaligen Mittelwald, der früheren traditionellen Bewirtschaftungsart in Franken, findet sich ein hoher Eichenanteil von 88 Prozent. Das erleichtert die Naturverjüngung auf Eiche ungemein. Aber Förster Uffelmann weist darauf hin, dass hier für einen guten Aufwuchs unbedingt regelmäßige Pflege und Nachlichtung nötig sind und auch der Verbiss durch das Rehwild auf einem tragbaren Niveau sein sollte. Ansonsten wird die Eiche durch andere Baumarten insbesondere durch die Buche verdrängt.

Auch der Hoffnungsträger Eiche kann von Schädlingen befallen werden. Schwammspinner, Eichenwickler, Frostspanner, Eichenprozessionsspinner, Eichenprachtkäfer. Aber wenn der Standort gut für die Eiche ist, der Baumbestand nicht im Klimastress und daher gesund ist, findet sich ein natürliches Gleichgewicht von Nützlingen und Schädlingen. Das Altholz und die Wurzeln der Eiche sind ein idealer Lebensraum für Hirsch- und Nashornkäfer.

Wirkliche alte Riesen

Sichtbar stolz war Uffelmann auf die letzte Station in der Abteilung Heeg. In diesem anerkannten Saatgutbestand stehen die ältesten Eichen mit 195 Jahren, die so lange wie möglich stehen bleiben dürfen und dann als wertvolles Furnierholz verwendet werden können. "Wenn die Eiche nicht mehr gedeiht, dann sieht es wirklich schlecht aus mit unseren Wäldern", so Uffelmann.

Welche weitere wichtige Funktion ein gesunder Wald neben der CO2-Speicherung, der Klimakühlung, hat, merkte jeder Teilnehmer am eigenen Körper: die Erholung und beruhigende Wirkung auf Geist und Körper nach diesem informativen und kommunikativen Sonntagsspaziergang. Der Wald ist regional und global ein wichtiger Faktor für Klimaschutz und Rückzugsort für Mensch und Tier.