Der Mann hatte mit Pflastersteinen um sich geworfen und dabei einen Sachschaden im sechsstelligen Bereich angerichtet, die Polizei spricht in ihrem Bericht von einer "Verwüstungstour". Unter anderem warf er einen Stein in ein vorbeifahrendes Auto. Wie die Polizei am Donnerstag bestätigte, saß darin zufällig ein Polizist in seiner Freizeit. Er überwältigte den Tatverdächtigen mit Unterstützung von Passanten, eine Streife der Bad Kissinger Polizei nahm den 37-Jährigen dann in Gewahrsam. Aktuell ist der Tatverdächtige noch in einem Bezirkskrankenhaus amtlich untergebracht.

Motorräder beschädigt

Wie berichtet, hatte der Mann mit Pflastersteinen Personen, Schaufenster und Fahrzeuge beworfen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte der Beschuldigte die Steine offenbar einer Baustelle an der Turnhouter Straße entnommen und damit zunächst die Fensterscheiben einer Motorrad-Werkstatt und eines Zoogeschäfts sowie die Motorhaube eines geparkten Pkw beschädigt. Durch die Steinwürfe wurden mehrere Motorräder in Mitleidenschaft gezogen, darunter wertvolle Unikate aus den 1970er Jahren.

Als Anwohner auf den Lärm aufmerksam wurden, soll der 37-Jährige laut Polizeibericht auch mehrere Zeugen beworfen, aber glücklicherweise verfehlt haben. Einen weiteren Pflasterstein warf er durch die geöffnete Fensterscheibe eines mit zwei Personen besetzten Pkw. Der Stein verfehlte den Beifahrer nur knapp. Auch in dieser Situation wurde niemand verletzt. Am Dienstag ordnete das Landratsamt Bad Kissingen die vorläufige Unterbringung in einem Bezirkskrankenhaus an.

Vom Krankenhaus ins Gefängnis

Die Gesamtschadenshöhe schätzt die Polizei mittlerweile auf mehr als 100.000 Euro. Aufgrund der Ermittlungserkenntnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft nun einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 37-Jährigen, der unter anderem wegen des dringenden Tatverdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung erlassen wurde. Der Tatverdächtige werde nach seinem Krankenhausaufenthalt direkt dem Ermittlungsrichter zur Eröffnung des Haftbefehls vorgeführt. "Die noch andauernden Ermittlungen in dem Fall werden von der Polizeiinspektion Hammelburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt durchgeführt", heißt es weiter.