Die Pandemie hat die Tafel Hammelburg bis dato recht gut überstanden - dank großzügiger Lieferungen von Märkten, Discountern, der Bundeswehr und Spenden von Institutionen und Privatleuten, die erfreulicherweise in der Krisenzeit immer wieder eintreffen. Der Tafel-Vorstand und die Helfer hoffen, auch die nächsten Monate überstehen zu können.

Spenden, wie in diesen Tagen, sind der Tafel willkommen, denn es fallen die monatlichen Kosten für die Miete, der Unterhalt für das Fahrzeug, sowie Erneuerungen beziehungsweise Neubeschaffungen für die Lagerhaltung der Lebensmittel an. Manchmal ist auch ein Zukauf nötig.

Einkaufswagen für Kunden

Zwischenzeitlich ist der Betriebsablauf in der ehemaligen Bahnmeisterei umgestellt. Wurden die Waren bisher am Eingang in Tüten eingepackt ausgegeben, so können die Abholer jetzt mit einem Einkaufswagen durch den Raum laufen und den bereit stehenden Helfern ihre Bedürfnisse darlegen. Dafür beschaffte der Vorstand neue Regale und Einkaufswagen. Selbstredend geschieht die Auswahl unter Beachtung der vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen.

Zur Weiterführung ihres sozialen Engagements kann die Tafel auf zwei Spenden zurückgreifen, die in den vergangenen Tagen übergeben wurden. Betriebsratsvorsitzender Horst Heid und Bayernwerk-Bereichsleiter Thomas Spang vom e-on-Konzern informierten sich vor Ort und übergaben eine Spende von 5000 Euro, die die Mitarbeiter und e-on gemeinsam aus einem Hilfsfond finanzierten, der sich "Rest-Cent" nennt. Mit Rest-Cent sind die Kleinbeträge gemeint, die Mitarbeiter bei ihrer Gehaltsabrechnung freiwillig zur Verfügung stellen. Beträgt der Arbeitslohn beispielsweise 1000,75 Cent so kann der Empfänger die 75 Cent in diesen Fond spenden. Erreicht das eingelegte Kapital den Wert von 2500 Euro, legt der Konzern noch einmal so viel hinzu und die Spendensumme wächst auf das Doppelte.

"Auf diese Weise konnten wir schon mehreren Institutionen helfen", lässt Heid wissen. Die Entscheidung fiel für eine caritative Einrichtung im Raum der ehemaligen Bezirksstelle Hammelburg, die ehemalige ÜWU, und auf die Tafel der Saalestadt. "Es geht, wenn alle an einem Strang ziehen", fügt Spang optimistisch hinzu. Tafelvorsitzender Patrick Bindrum erläuterte seinen Gästen die Abläufe im Detail, auch die Schwierigkeiten, die sich von Zeit zu Zeit ergeben. Denn solche gibt es trotz allen guten Willens auch - zum Beispiel bei der Durchsetzung behördlicher Vorgaben.

Nur wenige Tage danach fanden sich die Leiterin der Rotkreuz-Bereitschaft Fuchsstadt, Sabina Jaborek-Hugo und Schatzmeister Johannes Pfülb in den Räumen der Tafel ein und überbrachten 500 Euro. Bereitschaftsmitglieder hatten am Welt-Rotkreuztag, 8. Mai, die Ausgabe der vom Landkreis zur Verfügung gestellten Schutzmasken im Heimatort organisiert und dafür ein "Dankeschön" vom Freistaat in Höhe von 1500 Euro erhalten. "Wir waren uns einig diese Summe in drei Teilbeträgen weiterzugeben. Ein Drittel soll die Hammelburger Tafel bekommen", so Jaborek-Hugo. "Das können wir gut gebrauchen", freute sich Tafel-Vorstandsmitglied Werner Bergmann. "Wir haben auch Abnehmer in Fuchsstadt und den Stadtteilen, die wir mit Waren anfahren", fügt er hinzu. Auf Anfrage bestätigte er, dass auch die Stadt Hammelburg und Gemeinden mit Abnehmern einen Beitrag leisten.

"Jetzt, wo ich Pensionär bin, mache ich die Arbeit gerne. Wir verfügen zwar nominell über 45 bis 50 Helfer doch sind diese nicht immer zu den Zeiten verfügbar, in denen wir sie brauchen." Deshalb sind Menschen die freiwillig mit anpacken bei der einst von Winfried Benner initiierten Tafel immer gern gesehen. Die Bilanz des "Corona-Jahrs" legt der Tafelvorstand am 23. Oktober in seiner Jahreshauptversammlung auf.