Das Gremium hatte die Verwaltung beauftragt, mit dem Bauherrn noch einmal zu verhandeln. Dieser blieb jedoch bei seinem Plan, an die Stelle eines abgerissenen Wohnhauses eine eingeschossige Halle zu bauen. "Da stand mal etwas Ortsbildprägendes", störte sich CSU-Stadtrat Patrick Bindrum zunächst an dem Entwurf. Trotz seiner Bedenken ließ er sich jedoch von der Ortsbeauftragten Maria Pfaff (Junge Liste) umstimmen: "Wie lebenswert ein Ort ist, leitet sich nicht nur von der Ästhetik einer Straße ab", plädierte Pfaff dafür, auch die landwirtschaftliche Prägung des Stadtteils und die Arbeitsplätze zu berücksichtigen. Auch wenn das Vorhaben in der Bevölkerung durchaus umstritten sei, sollte der Stadtrat dem Bauherrn doch zugestehen, dass er sich Gedanken gemacht habe, was für ihn praktisch sei.

Das flache Dach hatte der Bauherr zum einen mit dem Plan einer Photovoltaikanlage, zum anderen mit der Rücksicht auf eine Lichtöffnung des Nachbarn begründet. Zudem soll möglichst viel Sonne in den Hof kommen, in dem ein Wohnhaus geplant sei. Der Bauherr möchte die Zufahrt zum Grundstück an die Straße "Röselberg" verlegen, um zum einen weniger Lärm von der Ortsdurchfahrt zu haben. Zum anderen verwies er auf die Überschwemmung von Hofstellen an der Ortsdurchfahrt beim Hochwasser im Jahr 2018. "Ich hätte mir gewünscht, dass der Bauherr auf das ein oder andere eingegangen wäre", sagte CSU-Stadtrat Bernd Hüfner. "In einem Dorf muss man so etwas akzeptieren, egal ob man es schön findet oder nicht", meinte Grünen-Stadträtin Monika Horcher. Am Ende verweigerte CBB-Stadtrat Reimar Glückler "aus ästhetischen Gründen" als einziger die Zustimmung zu dem Bauvorhaben in Obererthal.