Während der Ausbau der Bahnhofstraße wegen des starken Frostes vorerst weiter ruht, fiel am Montag, 11. Januar, der Startschuss für den Umbau des ehemaligen Kaufhauses zum Bürgerhaus. Rund sieben Millionen Euro investiert die Stadt, um dort Tourist-Info, Sitzungssaal, Bibliothek, Volkshochschule und Büros unterzubringen. Mehrere Jahre wurde geplant, im vergangenen Jahr hatte die Klage von Nachbarn das Projekt erneut verzögert. Beide Parteien einigten sich auf Änderungen. Nun soll das Bürgerhaus im Frühjahr 2023 öffnen.

"Wir freuen uns, dass es jetzt los geht", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) zum Baustart. Am Montag wurden zunächst Bauzäune aufgebaut, Material gebracht und Container gestellt. Die Durchgänge zu beiden Seiten des ehemaligen Kaufhauses werden gesperrt, allerdings bleiben laut Bauleiter Andreas Pracht von der Firma "Burger-Bau" der behindertengerechte Zugang zum Rathaus vom Marktplatz aus sowie die Zugänge zur öffentlichen Toilette im Rathaus und zu den Wohnungen östlich des künftigen Bürgerhauses von der Frobeniusstraße her begehbar.

Laut Stadtbaumeister wird zunächst in der Gasse östlich des ehemaligen Kaufhauses der Kanal saniert. Der Kanal liege höchstens zwei Meter tief, vermutlich sei das Erdreich dort auch schon mehrfach umgegraben. Trotzdem werden die Ausgrabungen von einem Fachbüro begleitet, weil es sich beim Areal rund um das Rathaus um ein Boden-Denkmal handelt. Die Frobeniusstraße soll laut Mohr vorerst befahrbar bleiben. Wie lange das so bleiben könne, sei offen, schließlich müsse das ehemalige Kaufhaus auch eingerüstet werden. "Wenn es Änderungen gibt, informieren wir rechtzeitig", kündigte Mohr an.

Nach der Kanal-Sanierung, also voraussichtlich in rund sechs Wochen, gehe es mit dem Schutz angrenzender Gebäude weiter. Im sogenannten Schillingsgässchen östlich entsteht ein Schutzgerüst für Fußgänger, das gleichzeitig die Bauteile stabilisiert, die erhalten bleiben sollen. Danach beginne der eigentliche Abriss: Die Firma Burger-Bau reißt vorerst nur den Belag der Gassen und kleine Teile im Keller ab. Den Abbruch bis ins Erdgeschoss hatte der Stadtrat für rund 291 500 Euro an die Firma Plannerer aus Pullenreuth vergeben. Danach macht dann Burger-Bau mit dem Rohbau weiter. Der Zeitplan sieht laut Mohr vor, dass bis Ostern, also bis Anfang April, sämtliche Abriss-Arbeiten abgeschlossen sind. "Aber das hängt natürlich auch vom Wetter und dem Fortschritt in anderen Gewerken ab."

Wegen der Lager- und Containerflächen ist ein Teil des Buttenmarktes seit gestern gesperrt. Lediglich die beiden Stellplätze zur Kirchgasse hin sind weiter benutzbar. Die Stadt verweist deshalb auf Parkplätze in der Kirchgasse, im Bleichrasen und an der Turnhouter Straße. Wie bereits für die Baustelle in der Bahnhofstraße hat die Stadtverwaltung auch für das Bürgerhaus eine E-Mail-Adresse eingerichtet: Unter buergerhaus@hammel-burg.de oder telefonisch unter 09732/902 354 können Bürger Fragen und Anmerkungen zur Baustelle loswerden.

Nach der Winterpause sollte am 11. Januar eigentlich auch der Ausbau der Bahnhofstraße weiter gehen, allerdings könnten die Pflasterer bei den bisherigen Wetterbedingungen nicht arbeiten: "Dort geht es weiter, wenn der Untergrund frost- und schneefrei ist", betont Mohr.