Der aktuelle Forstbetriebsplan für den Markt Elfershausen ist ein fragiles Werk. Bei relativ geringem Einschlag von 4000 Festmetern sieht er zahlreiche Einzelschutzmaßnahmen, fünf Kilometer Zaun-Bau und Bestandspflege auf 45 Hektar vor. Mit Sorgenfalten sehen die Forstleute dem noch jungen Forstjahr entgegen.

Dem Wald geht es schlecht - so schlecht wie seit dem Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 nicht. Die erschreckenden Bilder in den TV-Nachrichten über den "wunderschönen, deutschen Wald" machen nachdenklich. Sturmschäden, Dürre und Schädlinge haben ihm schwer zugesetzt. Nach Worten der Bundesagrarministerin, Julia Klöckner, summiert sich die aufzuforstende Fläche inzwischen auf 277 000 Hektar. Ob die versprochene Unterstützung dafür ausreicht, sei dahingestellt.

Die Marktgemeinde, die über 1300 Hektar Waldfläche verfügt, ist nur ein kleines Rädchen im großen Getriebe, doch nicht minder wichtig. Denn viele kleine Teile ergeben das ganze Puzzle. Im Revier "Deisselbach" kommt ein weiteres Manko zu den Schadensursachen hinzu - der häufige Leittrieb-Verbiss durch Wild. "Der Wildbestand ist enorm. Und das nicht erst seit vorgestern sondern schon mehr als 20 Jahre", wissen die Forstleute.

"Einzelschutz ist nur ein probates Mittel auf kleinen Flächen. Um die Jungpflanzen - wie die dringend gebrauchten Eichen, das Edellaubholz und die Weißtanne - in größeren Einheiten zu schützen, braucht es entweder eine Zäunung oder eine Minderung der Wildbestände", sagt Revierförster Rainer Bräunig. Der Zaun-Bau ist - wie auch der Einzelschutz - nicht nur ein aufwendiges, sondern letztlich auch ein teures Verfahren. "Wir haben Flächen mit Steuergeldern aufgeforstet, aber ich kann nicht 200 Hektar Verjüngung einzäunen", hadert Bräunig.

Rund 7000 Pflanzungen sind heuer vorgesehen, 2000 erhalten einen Einzelschutz. Aber Neu-Anpflanzungen sind nur ein Teil der Forstarbeit. Bestandspflege ist ein weiterer wichtiger Baustein der Forstwirtschaft. Sie fällt kontinuierlich an und richtet sich nach dem Schadensrahmen. Fehlende Feuchtigkeit, der unselige Borkenkäfer oder Niederschlags-Ereignisse geben hier den Takt an. Im Revier Deisselbach sind es zum Beispiel abgestorbene Fichten, die der Motorsäge zum Opfer fallen bevor die 40 Meter hohen, kahlen Riesen auf die unmittelbar daneben liegende Autobahn krachen.

Die nachhaltige Nutzung des Waldes und sein durch die Klimaerwärmung bedingter Umbau bleiben das Ziel der Elfershausener Forstleute. "Olivenbäume kann ich nicht anpflanzen. Die würden unseren Winter nicht vertragen", spöttelt Bräunig. Die Forstplanung passierte im Gemeinderat gegen drei Stimmen.

Zum Thema passt das Bejagungskonzept, das der Jagdausschuss, die Jagdgenossen, die Jäger und der Förster erstellten. Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist, bei einem gemeinsamen Waldbegang jährlich den Leittrieb-Verbiss des Rehwilds an der Naturverjüngung festzustellen und offen zu kommunizieren. Der Verbiss soll Grundlage eines dreijährigen Abschussplans der Unteren Jagdbehörde werden und soll im Mittel unter 25 Prozent liegen.

Insgesamt kamen die Teilnehmer überein, dass beim Waldbegang ein Austausch zum Thema Wald und Wild und die Erholungsfunktion des Waldes stattfinden soll.

Im Rahmen der Forstbetriebsplanung stellte Geschäftsführer Fabian Menzel den neuen Gemeinderäten die Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale (FBG) vor, die die Beförsterung und den Holzverkauf verantwortet. Die FBG zählt 430 Mitglieder aus zehn Waldkörperschaften und Kommunen mit insgesamt 9700 Hektar Wald. Die Vereinigung ist mit Waldpflege-Verträgen für 7325 Hektar ausgestattet und verkauft jährlich zwischen 32 000 und 42 000 Festmeter Holz im Wert von 2 bis 2,5 Millionen Euro. Im Bereich der FBG wurden 300 000 Pflanzen ausgebracht.