Jetzt ist es offiziell: Das in der weiten Region beliebte Hotel-Restaurant Schloss Saaleck schließt am 12. Dezember seine Pforten. Darauf einigten sich vor wenigen Tagen die Betreiber Susanne und Marcus Läbe mit Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Wie und vor allem wann es mit dem Hammelburger Wahrzeichen weitergehen kann, ist von der Finanzierung der längst notwendig gewordenen Sanierung abhängig.

"Der vor 30 Jahren mit Gastronom Ewald Hupp geschlossene Pachtvertrag läuft Ende März aus", bestätigt Bürgermeister Armin Warmuth. Zwar habe er mit den Betreibern über eine Erneuerung des Pachtvertrages um einige Jahre verhandelt, doch hätten diese abgelehnt. "Der bestehende Pachtvertrag läuft noch unter dem Namen meines Schwiegervaters Ewald Hupp", nannte Hotelier Marcus Läbe (42), Betreiber auch des Schlosshotels und des Hotels Schwan & Post in Bad Neustadt (Saale), im Gespräch mit unserer Redaktion als einen Grund für seine Absage. Die Stadt als Eigentümer des Schlosses hätte also einen völlig neuen Vertrag mit ihm und Ehefrau Susanne abschließen müssen. "Außerdem ist eine erfolgreiche Bewirtschaftung unter den gegebenen Zuständen nicht mehr möglich."

Schloss Saaleck schließt: Umfangreiche Sanierung notwendig

Um Schloss Saaleck in Zukunft rentabel betreiben zu können, bedarf es nicht nur umfangreicher Sanierungsarbeiten, sondern auch ergänzender Um- und Ausbauten. So müsste die bisherige Hotelkapazität von 14 auf 25 Zimmer erweitert werden. Läbe: "Die Kubatur des Gebäudes würde dies hergeben." Außerdem käme zusätzlich zu den obligatorischen Brandschutzmaßnahmen noch die Verbesserung der Verkehrssicherung und der zumindest teilweise vorgeschriebenen Schaffung der Barrierefreiheit hinzu. Im Gebäude müssen die Versorgungsinstallation erneuert und die Sanitäranlagen modernisiert werden. Zwingend ist auch der Einbau einer neuen Kücheneinrichtung, möglichst sogar mit baulicher Erweiterung. Schließlich steht auch die Sanierung des Daches zur Disposition. "Der Sanierungsaufwand ist erheblich", bestätigt der Bürgermeister, ohne aktuell genaue Angaben machen zu können. "Von Pflicht bis Kür ist alles möglich."

Was im Einzelnen und in welchem Umfang ausgeführt werden muss - ob zum Beispiel das Dach nur teilsaniert oder insgesamt erneuert werden muss - soll erst eine bauhistorische Untersuchung feststellen, die die Stadtverwaltung im Herbst in Auftrag geben will.

"Wir versuchen, alle Register zu ziehen", versichert Warmuth, "aber das braucht Zeit." Denn erst nach Vorlage der bauhistorischen Untersuchungsergebnisse ist bekannt, was gemacht werden muss und mit welchen Baukosten zu rechnen ist. "Dieses Gutachten ist die Grundvoraussetzung für die Bewerbung um Fördermittel." Doch dies sei "alles nicht so einfach". Denn Fördermittel fließen nicht so üppig, wenn das Schloss auch in Zukunft gastronomisch genutzt und vor allem privatwirtschaftlich betrieben werden soll, weiß der Bürgermeister. "Bei einer Kultureinrichtung wäre es viel einfacher."

Über Mischfinanzierung nachdenken

Schloss Saaleck sei ein "Identität stiftendes Bauwerk mit immenser gastronomischer Bedeutung nicht nur für die Stadt", macht Warmuth das Problem deutlich. "Es strahlt weit in die Region hinein." Bei größeren Veranstaltungen im Schloss wie von der Bundeswehr oder der Musikakademie würden auch Hotelzimmer in der Stadt und manchmal sogar in umliegenden Ortschaften belegt. Die Schließung des Schlosses sei also eine "schwierige Situation" für Hammelburg. "Wir müssen deshalb prüfen, welches Zusammenspiel es für die Zukunft geben kann", nennt er als nächste Aufgabe und denkt laut über eine Mischfinanzierung nicht nur aus Eigenmitteln der Stadt, des künftigen Betreibers und möglicher zusätzlicher Investoren nach, auch nicht nur über Fördermöglichkeit für die Stadt, sondern ebenso über Fördermittel für die privaten Partner.

Die weitere Nutzung des Schlosses als gastronomischer Betrieb "ist einhellige Meinung im Stadtrat", schätzt Bürgermeister Warmuth die momentane Stimmung im Gremium ein. Warmuth hat deshalb eine "klare Zielrichtung" für sein künftiges Handeln. Sobald Klarheit über die auszuführenden Sanierungs- und Baumaßnahmen besteht und die Kostenschätzung auf dem Tisch liegt, gilt es die nötigen Partner und einen künftigen Betreiber zu finden. "Wir werden den Betrieb von Schloss Saaleck neu ausschreiben müssen." Dann kann sich jeder Gastronom bewerben, natürlich auch das Ehepaar Läbe.

Neue Bewerbung vorstellbar

"Schloss Saaleck ist ein sehr sensibles Objekt", gibt Marcus Läbe zu bedenken. "So wie es heute ist, können wir nicht weitermachen." Doch wenn die Rahmenbedingungen irgendwann wieder stimmen sollten, wäre für ihn und seine Frau eine erneute Bewerbung um den Betrieb vorstellbar, zumal das Paar in Hammelburg wohnt. Vorerst will sich Läbe allerdings aktuelleren Projekten zuwenden.