"Baut man in der jetzigen Zeit noch eine weitere Sauna?" Diese Frage stellte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) am Ende der Beratung über den Bauantrag zur Erweiterung des Saunabereichs des Saaletalbades in den Raum. Warmuth ist gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke, der Betreiberin von Hallen- und Freibad.

Die Stadtwerke selbst wollen sich aktuell nicht dazu äußern, ob das Projekt wirklich umgesetzt wird: Geschäftsführer Matthias Metz verweist auf eine Sitzung des Aufsichtsrates in der kommenden Woche und lässt deshalb Nachfragen der Redaktion unbeantwortet.

Laut Bauantrag ist ein rund 14 auf 8 Meter großes Gebäude geplant. Untergebracht werden sollen darin Toiletten, Technik, ein geräumiger Vorraum und eine rund 56 Quadratmeter große Sauna für bis zu 80 Gästen. Das Gebäude soll ein mit Folie abgedecktes Pultdach erhalten, erläuterte Stadtbaumeister Detlef Mohr. "Es geht um ein einfach gehaltenes Gebäude, das aber hochwertig gestaltet werden soll", ergänzte Bürgermeister Warmuth.

Großer Baum muss weichen

Auf Nachfrage von Stadträten stellte Mohr klar, dass das Gebäude komplett außerhalb des aktuellen Saunagartens entstehen soll, die Grundfläche gehe also von der Liegewiese des Freibades ab. Der bisherige Zaun werde zu beiden Seiten des Gebäudes erneuert, zum größten Teil bleibe der Verlauf allerdings identisch. "Da geht ein großer Baum verloren", wies 3. Bürgermeister Christian Fenn (Junge Liste) auf eine entsprechende Eintragung im Bauplan hin.

"Wenn die Baugenehmigung erteilt wird, heißt das ja noch nicht, dass wir uns das auch leisten können", kommentierte SPD-Stadträtin Rita Schaupp den Bauantrag. "Die weitere Entscheidung hängt natürlich auch von der Entwicklung der Baukosten ab", bestätigte Bürgermeister Warmuth. Stadtbaumeister Detlef Mohr verwies darauf, dass eine Baugenehmigung vier Jahre gilt und um bis zu vier Jahre verlängert werden kann. Der Stadtrat erteilte das gemeindliche Einvernehmen einstimmig.

Auch zur Entwicklung der Gästezahlen in der Sauna geben die Stadtwerke keine aktuelle Auskunft: Im September hatte Betriebsleiter Edgar Beck jedoch berichtet, dass in den ersten sieben Monaten des Jahres 3865 Menschen die Sauna besuchten. In den Pandemiejahren war die Sauna zeitweise geschlossen, die Gästezahlen lagen bei 3762 im Jahr 2020 und nur 1101 im Jahr 2021. Im Jahr 2019, also vor der Pandemie, zählte das Saaletalbad noch 14.478 Sauna-Besucherinnen und -Besucher.

Mehrzweckhalle Bereits im Jahr 2018 hat der TV/DJK Hammelburg den Anbau einer Mehrzweckhalle an die Dreifachturnhalle Hammelburg beantragt. Im August 2018 wurde das Vorhaben genehmigt, umgesetzt ist es allerdings bis heute nicht. In Abstimmung mit dem Landratsamt Bad Kissingen hat der Stadtrat die Baugenehmigung nun um zwei Jahre verlängert. In zwei Jahren wäre eine erneute Verlängerung möglich, danach läuft die Baugenehmigung endgültig ab und muss möglicherweise mit neuen Auflagen neu beantragt werden.

Sanierungen Keine Einwände hatte der Stadtrat gegen die energetische Sanierung und den Anbau an ein Wohnhaus in der Hammelburger Kirchgrundsiedlung. Das Gebäude werde zwar größer und höher, der Charakter bleibe aber im Wesentlichen erhalten, sagte Stadtbaumeister Detlef Mohr. Das Erdgeschoss soll höher werden, zudem wird ein neues Dach aufgebaut. Zustimmung gab es auch für den Umbau einer alten Scheune im Altort von Gauaschach. Das neue Dach wird laut Mohr rund 2,50 Meter niedriger, das Gebäude soll als Garage und zum Abstellen, aber nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Als "gute Lösung" bezeichnete Mohr die geplante Umnutzung eines früheren Betriebsgebäudes für die Wasserversorgung des Lagers Hammelburg zum Wohnhaus im Stadtteil Pfaffenhausen. Durch das Vorhaben werde ein lange brach liegendes Grundstück wieder genutzt.

Neubauten In der Seeshofer Straße gegenüber dem Bauhof soll ein Einfamilienhaus mit Garage entstehen. Obwohl es dort keinen Bebauungsplan gibt, sei das Grundstück bebaubar, informierte die Verwaltung im Stadtrat. Kritik gab es aus dem Gremium, weil auf der Sitzungsvorlage noch die Nachbarunterschriften fehlten. In Zukunft sollen Bauanträge erst nach Einholung der Unterschriften vorgelegt werden. Vorbehaltlich der Unterschriften stimmte der Stadtrat zu. Bereits 2019 wurde der Neubau eines Zweifamilienhauses mit Carport und Photovoltaikanlage in der Nähe des Friedhofs in Untererthal genehmigt. Der Bauherr reichte nun einen Tekturplan mit etlichen Änderungen ein, unter anderem mit geänderten Höhen und einem überdachten Freisitz. Dagegen gab es ebenso keine Einwände wie gegen eine isolierte Befreiung im Baugebiet Pfiffergrube in Gauaschach: Eine Garage dort darf näher an der Grundstücksgrenze stehen als im Bebauungsplan vorgesehen.

Kanalnetz Weil die Ortsdurchfahrt Diebach neu gebaut werden soll, hat die Stadt die Kanäle unter der Straße überprüfen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass die Rohre mehr als 40 Jahre alt sind und für die Hausanschlüsse Löcher in die Hauptleitung geschlagen wurden. Bereits im Jahr 2010 wurden entsprechende Schäden dokumentiert. Der Stadtrat erteilte nun für 19.300 Euro dem Ingenieurbüro Alka aus Haßfurt den Auftrag, die Erneuerung der Abwasserleitungen vorzubereiten.rr