Längst haben sie sich auf den Weg ins Winterquartier gemacht. Doch Familie Eckert ist sich sicher, dass sie auch im nächsten Jahr die gefiederten Gäste wieder beherbergen dürfen: Rauchschwalben. Dafür, dass sie diesen Vögeln die Möglichkeit zum Nisten geben, wurden sie vom Landesbund für Vogelschutz mit der "Schwalbenplakette" ausgezeichnet.

"Seit Jahren haben es sich die Schwalben bei uns in der Scheune gemütlich gemacht", erzählt Christian Eckert. Jedes Jahr befinden sich dort drei Schwalbenpaare, die zweimal im Jahr brüten. Vier bis fünf Jungvögel pro Paar und Brut werden dann aufgezogen. Die Familie freut sich über die tierischen Mitbewohner: "Werden die Kleinen flügge, sitzen sie aufgereiht auf unserem Schneefanggitter am Hausdach und probieren ihre Flügel aus. Dieses Spektakel können wir ganz nah aus dem Fenster beobachten." Die tierfreundliche Familie beherbergt neben Hühnern, Katzen und einem Hund auch noch zahlreiche Fledermäuse, für die sie ebenfalls mit einer Plakette ausgezeichnet wurden.

Familie Eckert kümmert sich auch aktiv um die Vögel. "Nachdem sich die Tiere an den Betonwänden schwer taten, haben wir sogar Nisthilfen angebracht. Bis auf eine wurden diese jedoch nicht genutzt", bemerkt Christian Eckert. Auch wenn es unter den Nestern Exkremente gibt, ist das für die Familie kein Grund, negativ über die Gäste zu urteilen: "Wir legen dann eine Zeitung unter, die wir immer wieder einmal austauschen." Schließlich profitiert Familie Eckert auch von den Rauchschwalben: "Im Sommer hatten wir so gut wie keine Fliegen im Hof." Auch sonst freuen sich die Eckerts über die Flugkünstler: "Es ist immer ein Schauspiel, wenn sie im Frühjahr zurückkehren und dann immer wieder im Hof kreisen, bis sie sesshaft werden. Dann werden die Nester gebaut. Dazu feuchten wir in trockenen Zeiten Erde an, damit die Vögel Baumaterial finden."

Die Katzen haben längst verstanden, dass die Rauchschwalben keine Bereicherung des Speisezettels sind. "Kommen die Katzen dem Nistplatz zu nahe, werden sie von den erwachsenen Vögeln richtiggehend attackiert. Die Katzen ziehen sich dann zurück und gehen andere Wege", beobachtete die Familie.

Mit der Überreichung der Schwalbenplakette möchte Dieter Fünfstück vom Landesbund für Vogelschutz erreichen, "dass es Nachahmer gibt. Immer mehr Scheunen wurden in den letzten Jahren geschlossen und damit den Tieren der Lebensraum entzogen. Es ist schützenswert, wenn Nistraum gewährt wird."