Mehr als 3000 Stunden hat ein siebenköpfiger Arbeitskreis seit Februar 2017 an einer Chronik für den Stadtteil Obereschenbach gearbeitet. Entstanden ist ein dickes Buch mit rund 360 Seiten, das die bewegte Geschichte des im Jahr 777 erstmals erwähnten Ortes beleuchtet und einen Überblick über das aktuelle gesellschaftliche Leben gibt. Geplant war, die Chronik im Rahmen einer Ausstellung zur Ortsgeschichte samt Kirchenführung zu präsentieren. Wegen der Corona-Pandemie werden die Bücher jetzt allerdings einfach nur verkauft.

Breit aufgestelltes Team

"Die Idee zu einer Chronik gibt es schon 20 Jahre", berichtet Wolf-Dieter Bogner. Der 82-Jährige brachte unter anderem sein Wissen über das Vereinsleben Obereschenbachs ein. Martin Reuter (81) war früher in der Kommandantur des Truppenübungsplatzes Hammelburg beschäftigt. Bereits damals wertete er im Staatsarchiv historische Quellen aus, dieses Wissen brachte er jetzt in den Arbeitskreis ein. Als Feldgeschworenen-Obmann habe er sich früher schon mit der Ortsgeschichte und alten Traditionen beschäftigt, nun ging es um eine fundierte Aufarbeitung. Als ergiebige Quelle hätten sich dabei die alten Protokollbücher der Gemeinde herausgestellt, die seit der Eingliederung ins Königreich Bayern um das Jahr 1816 geführt wurden und in Obereschenbach lagerten.

"Es war gut, dass wir so viele waren", kommentiert Armin Weidenthaler (81) die Zusammensetzung des Chronik-Teams. Besonders wichtig sei Volker Rieß gewesen: "Ohne ihn wäre keine Chronik möglich gewesen", würdigt Weidenthaler die Rolle des früheren Lehrers. Der 72-jährige Erwin Heid kümmerte sich unter anderem um die zahlreichen historischen Aufnahmen, Ortsbeauftragter Thomas Reuter war für die Erfassung der Texte und die öffentlichen Aufrufe zuständig: 2017 gab es eine Versammlung, in der das Chronik-Team um Unterstützung und vor allem historische Bilder bat. Zu einzelnen Treffen wurden zudem Zeitzeugen eingeladen, die ihr Wissen mit den Chronisten teilten. Deutsch-Lehrer Andreas Reuter war schließlich hauptverantwortlich für die Korrektur der fertigen Texte.

Zurückgreifen konnte der Arbeitskreis auf Aufzeichnungen etwa der Bürgermeister Josef Rösser vor dem Ersten Weltkrieg und Walter Meder aus den 1970er Jahren. Zur 1200-Jahr-Feier 1977 gab es eine ausführliche Festschrift, die Chronik enthält auch viele Bilder vom Fest, das ganze elf Tage dauerte.

Zum Verkauf:

Preis Die Obereschenbacher Chronik kostet 35 Euro.

Termine Verkauft wird die Chronik am Samstag, 28. November, von 13 bis 17 Uhr und am Sonntag, 29. November, von 10 bis 14 Uhr. Danach gibt es Exemplare bei den Mitgliedern des Arbeitskreises.

Ausstellung Die geplante Ausstellung zur Ortsgeschichte und die Kirchenführungen sollen je nach Entwicklung der Pandemie im Frühjahr 2021 nachgeholt werden.rr