Bereits vor zehn Jahren wurden auf dem Gelände des aktuellen Bauhofes der Stadt Hammelburg in der Rote-Kreuz-Straße Altlasten im Boden festgestellt. Deshalb fiel der Grundsatz-Beschluss, einen neuen Bauhof im Gewerbegebiet Thulbafeld zu bauen. Ende 2019 genehmigte der Stadtrat einen konkreten Plan, damals allerdings noch in der Hoffnung, einen rund 20 Meter breiten Streifen des Nachbar-Grundstücks kaufen zu können. "Ein Erwerb ist auch innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht zu erwarten", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Deshalb stimmte das Gremium jetzt neuen Plänen zu und drückt auf die Tube: Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen.

Der Bauhof entspreche nicht den heutigen Anforderungen, betont Warmuth: "Man muss zwei Fahrzeuge rausfahren, um an ein Fahrzeug zu kommen." Hinzu komme die Altlast: "Das Landratsamt weist uns immer wieder auf die Problematik hin." Einzelne belastete Räume sind zum Schutz der Mitarbeiter bereits seit Jahren gesperrt, über Bohrlöcher wird Wasser aus dem Boden gepumpt und gereinigt.

Die Altlast stamme vermutlich von der ehemaligen Ziegelei, deren Flächen die Stadt in den 1980er Jahren kaufte: Vermutlich undichte Diesel-Tanks verunreinigten den Boden bis in eine Tiefe von mehr als elf Metern. "Die Grenzwerte sind um ein Vielfaches überschritten", sagt Warmuth, und: "Wir haben eine Verantwortung, dass wir etwas tun, den Mitarbeitern gegenüber und wegen der Altlasten." Für die Sanierung müssten die meisten Gebäude weichen und der Boden möglicherweise sogar noch tiefer als elf Meter abgegraben werden.

Dafür muss allerdings zunächst der Bauhof umziehen. Die Zeit drängt, trotzdem ging seit dem Grundsatz-Beschluss Ende 2019 wenig voran. "Wir hatten bis zuletzt gehofft, dass wir das Nachbar-grundstück kaufen und mit überplanen können", begründet Warmuth die erneute Verzögerung. Architekt Andreas Reuter von der Hochbau-Abteilung der Stadt stellte dem Bauausschuss nun eine Variante vor, die auf dem vorhandenen, fast 8200 Quadratmeter großem Grundstück an der Dr.-Georg-Schäfer-Straße umsetzbar wäre. Dazu wurde die bisherige Planung einmal komplett gespiegelt: Im Norden des Grundstücks soll ein langgezogener Baukörper entstehen, im Westen beginnend mit der Verwaltung, danach schließen sich Sozialräume für die aktuell 25 Beschäftigten (darunter aktuell eine Frau) an, es folgen die Werkstatt, eine frostfreie Halle für größere Fahrzeuge und weitere Werkstätten für einzelne Gewerke. Im Süden des Grundstücks ist eine offene Halle mit Waschplatz und Salz-Silo geplant. Architekt Reuter erhofft sich durch das Spiegeln der Anlage einige Vorteile: Wegen der Neigung des Geländes um rund 2,50 Meter hätte im Süden Material aufgeschüttet werden müssen, im Norden sei die Gründung vermutlich günstiger. Zudem seien viele Fenster, Tore und ein größerer Teil der rund 2400 Quadratmeter großen Dachflächen nach Süden ausgerichtet.

Reuter geht davon aus, dass auf den Dächern eine große Photovoltaikanlage entstehen könnte. Auch Stadtbaumeister Detlef Mohr sprach sich für eine ökologisch nachhaltige Bauweise aus. Geplant sei unter anderem eine Regenwasser-Zisterne mit mindestens 75 000 Liter Volumen, Grünflächen auf dem Grundstück, Solarthermie und möglicherweise eine Hackschnitzel-Heizung. Eine Diskussion gab es im Bauausschuss dagegen, ob im Gewerbegebiet eine Dach-Begrünung des Verwaltungsgebäudes sinnvoll sei. Vor allem CSU-Fraktionssprecher Martin Wende sprach von Symbol-Politik: "In der Nähe der Innenstadt wäre das sinnvoll, aber an der Stelle können wir mit dem Geld etwas sinnvolleres für die Kohlendioxid-Bilanz tun." 2. Bürgermeisterin Elisabeth Assmann (Grüne) lobte die Planung insgesamt als "gut und nachhaltig".

Erste Kostenschätzung: 4,2 Millionen Euro

Offen blieb auf Nachfrage von CBB-Stadtrat Alexander Stolz, ob auch die Forst-Abteilung der Stadt auf dem Gelände mit untergebracht wird. Stolz fragte auch an, ob der Bauhof in einem Zug gebaut werden müsse, schließlich gebe es keinerlei Zuschüsse. Die erste Kostenschätzung der Verwaltung beläuft sich auf 4,2 Millionen Euro. Stolz schlug vor, die einzelstehende Halle später zu bauen, das spare zum einen rund 500 000 Euro, zum anderen könnte die Stadt den Kauf des Grundstücks unterhalb abwarten.

Grundsätzlich stimmte der Bauausschuss den mit Bauhofleiter Arnold Zier und seinem Team abgestimmten Plänen zu. Bürgermeister Warmuth kündigte an, dass der Stadtrat in den kommenden Monaten regelmäßig über die weitere Planung informiert wird. Dann würden auch die noch offenen Fragen geklärt.