Ein Mammutprogramm liegt hinter Oberthulbas Bürgermeister Mario Götz, der Verwaltung und den Gemeinderäten. In der jüngsten Gemeinderatssitzung erinnerte er an die Bürgerversammlungen in der letzten Woche und bedankte sich für die Disziplin bei allen Verantwortlichen und bei den Bürgern. Es seien viele Aufträge in sachlicher Form an die Verwaltung adressiert worden, die jetzt innerhalb der 90-Tagesfrist zu erledigen seien.

In der aktuellen Sitzung schafften die Gemeinderäte die Voraussetzungen, dass sich in nächster Zeit ein Storchenpaar ansiedeln könnte. Bürgermeister Götz hält es für ein schönes Projekt, wozu der Markt gerne den Stamm stifte, auf dem der Storchenhorst verankert werden soll. Der Antrag dazu kam von Dieter Fünfstück, Vorsitzender LBV Kreisgruppe Bad Kissingen, weil in dem dafür geplanten Bereich schon des Öfteren Weißstörche beobachtet worden seien. Da das Flurstück im Landschaftsschutzgebiet des Naturpark Bayerische Rhön liegt und das Vorhaben einen "Eingriff in das Landschaftsbild" darstellt, beantragte man eine Befreiung von der LSG-Verordnung.

Nach einer Ortsbegehung im September erklärte sich die Wildland-Stiftung Bayern, der das Grundstück gehört, mit der Errichtung eines Storchennestes einverstanden. Auch die darüber hinausgehende Maßnahme "Wasserhaltung über eine Seige" befürwortete die Stiftung, da sie der Aufwertung des Umfeldes diene. Das Ratsgremium sprach sich einstimmig für die Errichtung aus, nächster Schritt sei nun die naturschutzrechtliche Erlaubnis durch das Landratsamt.

Nutzung für zehn Jahre vereinbart

Da Mario Götz selbst Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Hassenbach ist, gab er nachfolgenden Sitzungspunkt an seinen Stellvertreter Jürgen Kolb ab. Es ging dabei um die Nutzungsvereinbarung zwischen dem Markt Oberthulba und der Vereinsgemeinschaft für das Gemeindehaus in Hassenbach in der Schulstraße. Die Laufzeit der Vereinbarung wurde auf zehn Jahre festgelegt, beginnt am 1. November diesen Jahres und verlängert sich jeweils um ein Jahr, wenn nicht drei Monate vorher eine Kündigung erfolgt.

Für die Straße "Am Weidengäßlein" in Oberthulba ist eine Ersterschließung geplant. Sie diene den Anliegern und soll auch mit den Anliegern im Detail besprochen werden. Sobald die ersten Planungsunterlagen vom Büro Bautechnik Kirchner vorliegen soll eine Anliegerversammlung stattfinden.

Den eingegangenen Bauanträgen entsprach der Rat einstimmig. Geplant sind der Neubau eines Carports in Wittershausen, Auraer Straße sowie der Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Wittershausen, Klosterweg 11. Außerdem wurde der Anbau einer Lagerhalle an eine bestehende Halle für Heu und Stroh in Oberthulba, Kaiserhof, genehmigt. Der Bauherr ist ein privilegierter Landwirt, sodass eine Bebauung im Außenbereich möglich ist. Der Anbau erfolgt an die bereits genehmigte Lagerhalle. Die Dachhaut soll mit einem Trapezblech in einem Rotton gestaltet werden. Eine Erweiterung des Außenbereichs wird hierdurch nicht geschaffen. Kerstin Neder und Margot Schottdorf wollten hierzu wissen, ob die Halle wie geplant offen gestaltet wird und falls nicht, wer dies kontrolliere.

Zudem lag eine Bauvoranfrage zur Aufstockung eines Wohnhauses, Grundstück Fl.Nr. 81 in Hetzlos, Bachstraße, vor. Der Bauherr möchte den bestehenden Dachstuhl abbrechen, um ein weiteres Geschoss aufzustocken. Um den Wohnraum optimieren zu können, soll der neue Dachstuhl mit einem 22 Grad Satteldach und einer Wandhöhe von etwa zwei Metern errichtet werden. Durch die geplante Baumaßnahme wird das auf der Grundstücksgrenze stehende Gebäude einen Meter höher.

Bürgermeister Götz informierte über einen Flurbegang in der Kernzone des Biosphärenreservats Rhön auf der Gemarkung Oberthulba, der am 22. Januar 2021 stattfinden soll. Er bat um Vormerkung des Termins. Ferner sollen sich die Räte über die Anzahl der in den Ortsteilen benötigten Weihnachtsbäume Gedanken machen.