13 Verkehrsunfälle haben sich in den vergangenen vier Wochen alleine auf dem Abschnitt der B 287 ereignet, für den die Polizeiinspektion Hammelburg zuständig ist: Bei zwei Unfällen gab es Leichtverletzte, am 20. Oktober starb ein Motorradfahrer bei einem Unfall an der östlichen Auffahrt der Autobahnanschlussstelle Hammelburg. Nun reagiert die Unfall-Kommission: Die Vertreter von Landratsamt, Polizei und Staatlichem Bauamt beschlossen, dass das Tempo-Limit an der Autobahnanschlussstelle und der Einmündung der KG 37 bei Langendorf von 80 auf 60 reduziert wird.

"Die Schilder sollen zügig aufgestellt werden", berichtet Verkehrs-Sachbearbeiter Ralf Peter von der Hammelburger Polizei. Die Inspektion ist für den Abschnitt der B 287 von der so genannten Todeskurve zwischen Bad Kissingen und Euerdorf bis hinter Hammelburg zuständig. Es handelt sich um die meist befahrene Landstraße im Dienstbereich, die jüngste Verkehrszählung ergab eine durchschnittliche Zahl von mehr als zehntausend Fahrzeugen täglich, darunter tausend Lkw.

Bau des Kreisels verzögert sich

Gerade diese hohe Verkehrsdichte sei ein Problem - auch an der Autobahnauffahrt. "Da will sich halt doch manchmal noch jemand durch eine Lücke durchquetschen", berichtet Ralf Peter. Bei dem tödlichen Unfall habe es sich nach aktuellen Erkenntnissen, um ein "Augenblicksversagen" des Autofahrers gehandelt: Der Mann sei abgelenkt gewesen und übersah den entgegenkommenden Motorradfahrer beim Abbiegen. Bei dem Frontal-Zusammenstoß kam der Biker ums Leben.

Trotzdem erhofft sich die Unfall-Kommission durch eine reduzierte Geschwindigkeit mehr Sicherheit. Beschlossen worden sei die Maßnahme auch, weil sich der Bau des geplanten Kreisels für die westliche Anschluss-stelle und die KG 37 weiter verzögert. Der Kreisel sei auch ein Test, ob es für die östliche Auffahrt vielleicht eine ähnliche Lösung gibt: "Wenn der Kreisverkehr fertig ist, wird geschaut, wie sich die Situation entwickelt", sagt Ralf Peter.

Geschwindigkeitsmessungen wie in den vergangenen Tagen gebe es schon immer auf der Strecke. "Aufgrund des breiten Ausbaus wird häufig zu schnell gefahren", kommentiert Peter den Abschnitt zwischen Euerdorf und Trimberg. Besonders häufig kontrolliert werde die Beschränkung auf Tempo 60 in Euerdorf am "Karwinkel" und Höhe Trimberg, die Tempo-80-Abschnitte bei Machtilshausen und Fuchsstadt sowie Tempo 100 zwischen Euerdorf und Trimberg sowie in Höhe Fuchsstadt. Das Polizeipräsidium lege zudem Schwerpunkttage mit besonders intensiven Geschwindigkeitsmessungen fest. "Das fällt dann verstärkt auf", betont Christian Pörtner, Chef der Hammelburger Polizei. Auch die Meldung von "Blitzern" im Radio sei durchaus erwünscht, weil sie die Autofahrer daran erinnere, wie wichtig die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeiten ist.

Ralf Peter und Christian Pörtner betonen jedoch, dass nicht nur an der viel befahrenen B 287, sondern auf allen Strecken im Zuständigkeitsbereich kontrolliert wird, mit Blitzern oder mit Laser-Messungen. "Man muss praktisch immer und überall mit einer Geschwindigkeitsmessung rechnen", betont Peter, und: "Auch in der Nacht und an überraschenden Stellen."

Pörtner ruft die Autofahrer außerdem dazu auf, gerade jetzt im Herbst die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht auszureizen: Dunkelheit, Nässe oder Laub auf der Straße würden dazu führen, dass es auch schon bei niedrigerer Geschwindigkeit zu gefährlichen Situationen komme. Und Ralf Peter verweist darauf, dass im Zuständigkeitsbereich der Hammelburger Polizei ein Drittel aller Verkehrsunfälle Wildunfälle sind. "Durch eine angepasste Fahrweise kann der Autofahrer früher auf Wild reagieren", betont Peter. Alle anderen Maßnahmen wie Reflektoren oder technische Systeme hätten leider nicht den gewünschten Effekt erzielt: "Das Wild gewöhnt sich schnell dran", verweist er zum Beispiel auf Studien zur Wirksamkeit der Reflektoren an Leitpfosten. Der Schwerpunkt bei Wildunfällen im Raum Hammelburg seien die Strecken zwischen Golfplatz und Trimberg und zwischen Lager und Gauaschach.

Zu einem übervorsichtigen Umgang rät die Polizei auch bei Winterreifen: Auch wenn die Winter immer milder werden und fehlende Winterreifen erst bei Eis und Schnee zu einer Strafe führen, plädiert Pörtner dafür, Winterreifen lieber zu früh als zu spät aufzuziehen. Von Oktober bis Ostern laute die alte Faustregel, mit der Autofahrer auch auf unterschiedliche Straßenverhältnisse vom Saaletal bis in die Rhön eingestellt seien.