Die Ausstellung "Zeiträume" hat nach sechs Wochen ihre Türen geschlossen. Doch das bedeutet nicht, dass die heimischen Kunstschaffenden ihre kreative Tätigkeit einstellen. Im Gegenteil, die viel beachtete Präsentation erzeugte Motivation und Mut neue Ideen umzusetzen. "Wer hätte das gedacht, dass 25 Hammel-Bürger hier ausstellen?", fragte Mit-Initiatorin Maria Heckmann in ihrer Begrüßung zur Finissage, in der auch der Publikumspreis verliehen wurde. Weit mehr als 3000 Menschen besuchten die Sammlung aus Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Gedichten, Installationen und Collagen.
"Das sollte zum Weitermachen motivieren", vermutete Heckmann, die allen unterstützenden Kräften und besonders den Künstlern dankte. "Ich war überrascht, als wir die Wahlurnen öffneten und 450 Beurteilungen fanden", fuhr sie fort. Die Vielfalt der Werke animierte offensichtlich zu unterschiedlichsten Einschätzungen und Meinungen.
Aufgrund nahezu gleichbewerteter Unikate stückelte die Jury den Hauptpreis in vier Teile, die die Arbeit der Nicht-Prämierten jedoch nicht schmälern soll. Sebastian Hose, Vereinsvorsitzender für Wirtschaft und Stadtmarketing (VWS), sah in der Ausstellung nebst Kunstnacht eine "absolut gelungene Attraktion und eine hervorragende Werbung für die Stadt Hammelburg". Er überreichte auch die Preise in Form von Einkaufsgutscheinen an die vier Erstplatzierten.


Weiße Tonfiguren gewinnen

Demnach fand die Installation "Völkerwanderung" von Barbara Winter den größten Zuspruch. Die gelernte Industriekauffrau, die eine kreativ-therapeutische Ausbildung in Würzburg absolvierte und sich an vielen Workshops, Seminaren, Studienreisen und Ausstellungen beteiligte, will mit ihrem Werk aus weiß bemalten Tonfiguren, Manganoxid und Draht den Betrachter zum Nachdenken bringen. "Völkerwanderungen gibt es schon seit Urzeiten. Die aktuelle Variante - Flüchtlinge aus dem Vorderen Orient - ist eine neue Form dieses Phänomens. Der Betrachter soll sich selbst seine Gedanken zu den Themen Flucht, Auswanderung und Lebensräume machen", sagt die 56-Jährige.
Die drei zweiten Plätze belegten die Hammelburgerin Sylvie Scherpf mit ihrer "Balance im Zeitraum", die Obererthalerin Annette Kolb mit dem Werk "Geh-Tragen" und die Fuchsstädterin Gabriela Herrmanns mit dem "Lebensrad".
Mit einer besonderen Attraktion wartete Maria Rinecker auf. Der Hammelburger Kunstschaffende Franz Sickert - der seine "silberne Phase" erreicht hat - skizzierte den Bürgermeister und "verpackte" das Portrait in einem silbernen Rahmen. Nachdem Künstler nicht nur vom Applaus und der Anerkennung leben können, sammelte die Mit-Initiatorin für dieses Werk. Der Letzte, der etwas spendete, erhielt das Bild.


"Gut getroffen"

Klar, Bürgermeister Armin Warmuth stellte sich einmal hintenan, warf das letzte Silberstück in den Spendentopf und erhielt sein Konterfei, das er als "gut getroffen" bezeichnete. Daran knüpfte er sein Grußwort mit dem Dank an die Verantwortlichen und Beteiligten und dem Lob über einen "tollen Besuchererfolg in der Ausstellung Zeiträume und von einer bestens gelungenen Aktion in Rahmen des Stadtjubiläums". Den Abschluss der Finissage bildete das gemeinsam gesungene und von Friedel Heckmann instrumental begleitete Lied "Ich sage ja zu Hammelburg", das aus der Feder seiner Gattin stammt.