Mit der Beteiligung an der Aktion "Kunst geht fremd... und über Grenzen" hat das Euerdorfer Museum "Terra Triassica" erneut an Attraktion gewonnen. Fünf antike Bronzeobjekte römischer Handwerker, gefunden in germanischen Siedlungen in Unterfranken, bereichern das Gezeigte, genauso wie die Parallelausstellung des örtlichen Kindergartens "Haus für Kinder".

Bis 6. November 2022 tauschen 20 unterfränkische Museen mit unterschiedlichen Konzepten und Schwerpunkten einen Sommer lang ihre Kunst - und das bereits zum 12. Mal. Die Ausstellungsstücke präsentieren sich in einem neuen, regionalen Umfeld, in fremder Atmosphäre und verändertem Kontext. Dabei soll über die Grenzen geschaut werden - nicht nur im künstlerischen Aspekt oder in Bezug auf historische Exponate. Es können auch Grenzen zwischen Kitsch und Kunst oder im Zusammenhang mit kriegerischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen sein.

Ein "schwieriges Thema"

Museumsleiterin Martina Wilm-Kiesel gestand bei der Vernissage zahlreichen Gästen, dass das Thema aus ihrer Sicht ein schwieriges war, seien doch alle Exponate aus der Trias, also rund 250 Millionen Jahre alt und aus der Region. Doch auch hier gab es eine Lösung. Das Museum verlieh zwei Ceratiten an das Museum Schloss Aschach, die aus dem damaligen Tethys-Meer in das Binnenmeer des Germanischen Beckens eingewandert sind und eigene Formen entwickelten. Martina Wilm-Kiesel freute sich über "wunderschöne Leihgaben" des Museums für Franken, die fünf antiken Bronzeobjekte.

Benjamin Spies vom "Museum für Franken" stellte die Herkunft der Exponate näher vor. Zunächst gab er einen Einblick in die damalige Zeit, als das Untermaingebiet vom 1. bis 3. Jahrhundert Grenzland war. Entlang der Grenze errichteten die Römer den Limes. Dieser trennte zwei völlig unterschiedliche politische, kulturelle und wirtschaftliche Systeme. Trotzdem bestand Kontakt zwischen Römern und Germanen, wenn auch nicht immer friedlich. Davon zeugen die vier bis acht Zentimeter großen und sehr gut erhaltenen Funde, die aus Frankenwinheim, Baldersheim, Hopferstedt und Geldersheim stammen. "Das ist das Spannende. Sie wurden nicht in Gebieten römischer Siedlungen gefunden, sondern außerhalb." Das lässt Raum für Spekulationen, wie die Exponate dorthin gekommen sein könnten. "In römischen Überlieferungen ist von Raubzügen der Germanen die Rede. Zudem war Metall ein wichtiges Handelsobjekt in der damaligen Zeit oder Germanen haben als Söldner im römischen Heer gedient und diese Objekte als Bezahlung bekommen." Eine reich verzierte Gurtschnalle eines Pferdezaumzeugs gibt es beispielsweise zu sehen.

Diese Spekulationen stellten auch die jüngsten Künstlerinnen und Künstler aus dem örtlichen Kindergarten an. "Man kam überein, dass es Raumstücke waren", erklärte Renate Kröckel, Leiterin der Kindertageseinrichtung "Haus für Kinder", "und diese sollten auf Leinwand verewigt werden. So wurde mit Bleistift vorgezeichnet, mit Farbe gemalt und die Bilder signiert." Die Bilder spiegeln mit ihren fröhlich bunten Farben einen ganz eigenen Einblick wider und unterstreichen die freundliche und offene Atmosphäre im Museumsgebäude.