Auch die Stadtratsfraktion "Junge Liste" beschäftigt sich laut Stadtrat und 3. Bürgermeister Christian Fenn seit langem mit dem Verkehrskonzept. Im Stadtrat wurden die angekündigten Ideen bereits mehrfach eingefordert. Laut Fenn gebe es schon eine umfangreiche Präsentation, in der auf Grundlage vieler Berechnungen Möglichkeiten dargestellt werden, den Verkehr zu lenken. Ein ganz konkretes Projekt ist ein Video, dass die beiden Stadträte der Jungen Liste und Emma Bindrum von Generation Z gedreht haben.

"Uns hat eine Mutter angesprochen, deren Tochter in der inneren Kissinger Straße gestürzt war", berichtet Christian Fenn. Der Unfall habe sich im Sommer 2020 ereignet und sei zum Glück glimpflich verlaufen. Trotzdem entwickelten Fenn und sein früherer Stadtratskollege Daniel Wolf einen Flyer, der vor allem den Falschparkern in der Kissinger Straße verdeutlicht, welche Gefahr mit ihrem Fehlverhalten verbunden ist. Vor allem im unteren Bereich der Straße, nahe des Marktplatzes würden Fahrzeuge regelmäßig an einer besonders engen Stelle halten. Wenn dort Radfahrer stadtauswärts unterwegs sind, komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen.

Radfahrer in der Defensive

Konkret dargestellt werden die Gefahren in einem anschaulichen Film, der abrufbar ist unter www.youtube.com/watch?v=2a5UvqNvAkI. Mit Grafiken und mehreren Filmausschnitten werden die Gefahren und vor allem eine Lösung vorgestellt: Wichtig ist den drei Stadträten, dass die Autofahrer stadteinwärts rechtzeitig anhalten, um Fahrräder durch zu lassen. Wie umstritten das in der "gefühlten Einbahnstraße" ist, hätten die Filmaufnahmen eindrucksvoll beweisen, berichtet Fenn: "Die Radfahrer wurden von allen beschimpft, obwohl sie im Recht waren, während die Autofahrer in Schutz genommen wurden." Es sei erstaunlich, wie viele Passanten und Autofahrer die Verkehrssituation und die Rechtslage dort falsch einschätzen. Es wisse auch kaum jemand, dass Radfahrer eigentlich nicht auf den Gehweg ausweichen dürfen. Hinzu komme die gefährliche Bordsteinkante. Fenn hofft, dass der selbst produzierte Film zu etwas mehr Sicherheit in der inneren Kissinger Straße beiträgt. Jedenfalls habe er überwiegend positive Rückmeldungen darauf erhalten. Daneben würden aber auch andere Maßnahmen wie ein Abschrägen des Bordsteins geprüft. Ideen für ein neues Verkehrskonzept wolle er vorstellen, wenn das Thema auf der Tagesordnung des Stadtrats stehe.