Soll die Gemeinde Wartmannsroth eine Hunde-Verordnung auf die Beine stellen? Die Räte entschieden sich mit 9:4 Stimmen dafür. Der geschäftsführende Verwaltungsleiter Daniel Görke wägte im Vorfeld ab, ob solch ein Erlass überhaupt nötig sei. Denn zumeist stünden gerichtsverwertbare Zeugenaussagen nach anfänglichen Meldungen nicht mehr zur Verfügung. Zudem seien die Vorfälle sehr selten, etwa zehn seit 2003.


Verwarnungen

"Es geht nicht, dass aggressive Hunde aus Privatgrundstücken auf die Straße laufen und dort Fußgänger belästigen", setzte Bürgermeister Karle entgegen. Andererseits könne die Gemeinde keine Hundepolizei beschäftigen, gab er Görke recht. Eine Hunde-Verordnung greife sowieso nur auf Gemeindegrund. In extremen Fällen bleibe außerdem eine Einzelfall-Anordnung vorbehalten. Das Thema Hunde-Verordnung sei nicht neu, es habe schon den Gemeinderat 2003 beschäftigt, erinnerte Karle. Weiterhin gab es geteilte Meinungen unter den Räten, die von "Angst der Anwohner" bis "Alles im Griff der Hundehalter" reichte. Die Hunde-Verordnung von Wartmannsroth enthält einen Katalog von Sanktionsmaßnahmen. So soll es in den Erstfällen nur Verwarnungen geben. Die Gelder für die Folgefälle bleiben mit 30 bis 50 Euro moderat. Geahndet werden zum Beispiel Missachtung der Leinenpflicht für Kampfhunde, Verwendung nicht reißfester Leinen, Nichtbeherrschung der Hundeaufsicht (Kinder) und Hundekot auf der Straße. Merklich teurer soll es werden, wenn die Gefährdung anderer Leute nachzuweisen ist. Außen vor seien kleine Hunde bis 50 Zentimeter Schulterhöhe, erklärte Görke. Ebenso die Gebrauchshunde, also zum Beispiel Rettungs-, Polizei-, Hüte- oder Jagdhunde.
Große Resonanz bei den Anwohnern aus Neuwirtshaus hatte der Antrag des Legehennen-Betriebes Vogler's Hofprodukte auf eine Nutzungsänderung, wie anhand der vielen Zuhörer festzustellen war. Bei dem Antrag geht es um die Freiland-Haltung von etwa 7000 Hennen, der jetzt die Räte mit 10:3 Stimmen zustimmten. Entscheidend für den Beschluss war ein Gutachten, das sogar einen niedrigeren Immissionswert für die Freilandhaltung feststellte, als die Bodenhaltung im Hühnerstall.
Grünes Licht erhielten jetzt weitere Aufträge für die energetische Sanierung der Grundschule Dittlofsroda. Mit rund 111 000 Euro für den Heizungs- und Lüftungsbau und rund 74 000 Euro für die Elektroinstallationen kommt das Projekt bisher auf eine Summe in Höhe von rund 237 500 Euro Auftragsvergabe. Architekt Thomas Ruser und Timm Manger vom Büro Hüfner gaben nähere Informationen. Ruser schloss eine Schimmelbildung in den Schulräumen durch die neue Energietechnik aus.


Dachsanierung teuer

Im Rahmen einer Nachtrags-Vereinbarung zur Dachsanierung für das Gemeinschaftshaus in Waizenbach wurde 37 500 Euro Mehrausgaben zugestimmt. Das Dach war undicht, und Wasserschäden drohten. Grünes Licht erhielt ein Angebot in Höhe von 3000 Euro zur Sanierung des Friedhofskreuzes in Schwärzelbach. Dort hatten Bäume diverse Schäden verursacht. Aufgeschoben wurde die grundsätzliche Entscheidung über die Entwicklungsmöglichkeiten für erneuerbare Energien im Gemeindebereich. "Bevor wir in die Materie einsteigen, sollten wir prüfen lassen, ob eine dicke Stromleitung in der Größenordnung 20 Megawatt errichtet werden kann", so Karle. Mit ihrer Stellungnahme zum Verlauf der Trasse Südlink will die Gemeinde Wartmannsroth in der Konferenz der Bundesnetzagentur Mitte Mai einwenden, dass Dittlofsroda zum Teil betroffen sein wird. Zustimmung erhielt die Beteiligung des Landkreises in die Arbeitsgemeinschaft "Frankens Saalestück".