Eine braune Zick-Zack-Linie schlängelt sich aktuell durch die Saalewiesen unterhalb der Anschluss-Stelle Hammelburg Ost: Lange Gräben mit Erdhaufen daneben ziehen sich entlang der Bundesstraße zwischen Hammelburg und Fuchsstadt. "Es werden die 45 Jahre alten 20-Kilovolt-Zuleitungskabelsysteme ausgetauscht", berichtet Stephan Dausacker, technischer Betriebsleiter der Stadtwerke Hammelburg. Auf der Strecke habe es verstärkt Kabelfehler gegeben, sagt er zur Begründung. Die Stromkunden in Hammelburg sollen von der Umstellung nichts bemerken: "Alle Umarbeiten erfolgen im laufenden Betrieb, ohne Stromversorgungsunterbrechungen", betont Dausacker.

Die Gräben verbinden das Umspannwerk in der Kissinger Straße am westlichen Ortsende von Fuchsstadt mit der Übergabestation in der Kissinger Straße in Hammelburg am E-Center. Die Kabeltrasse ist laut Dausacker nur rund 2000 Meter lang. Die Zick-Zack-Verlegung resultiere aus der Nutzung öffentlicher Flächen: "Wir haben vermieden, private Wiesenflächen zu nutzen", sagt Dausacker. Damit bleibe den Landwirten der volle Grasertrag. Zudem würden Schäden an landwirtschaftlichen Maschinen sowie Schadenmeldungen und Entschädigungen vermieden. Zum größten Teil werde in offener Bauweise gebaut, sprich: Die ausführende Firma baggert einen Graben, in den die neue Leitung gelegt wird. Unter der Saale werde der so genannte Düker für Bestandsleitungen genutzt. An der B 287 haben die Stadtwerke laut Dausacker beim Bau der Ortsumgehung ein Rohrsystem verlegt, das nun die Querung erleichtert habe.

Glasfaserkabel verlegt

Parallel zu den neuen Stromleitungen wurde ein Glasfaserkabel mitverlegt. Das werde vorerst nur für Steuerungszwecke zwischen den beiden Übergabestellen verwendet, könne später aber auch für den Ausbau des Breitband-Netzes genutzt werden. Die Stadtwerke-Tochter Hab-Net schließt im Rahmen des Höfeprogramms derzeit auch drei entlegene Liegenschaften im Stadtgebiet an: Die Gärtnerei zwischen Fuchsstadt und Hammelburg sowie der Hof auf dem Sodenberg seien bereits angeschlossen, der ADAC-Platz auf dem Ofenthaler Berg könne in dieser Woche den neuen Anschluss in Betrieb nehmen.

Bereits gebaut wird inzwischen auch auf dem Gelände des Umspannwerks der Bayern Netz GmbH in Fuchsstadt. Nach Angaben der Eon-Tochtergesellschaft werden dort mehrere Millionen Euro investiert. Auf dem Gelände wird Strom von 110 auf 20 Kilovolt transformiert. Ein ausführlicher Bericht zu den Bauarbeiten folgt.