Die Bürgerversammlung im 386 Einwohner zählenden Ortsteil Reith war gut besucht und dauerte stattliche dreieinhalb Stunden. Aktuell läuft in Reith die Baufeldfreimachung für die Betriebserweiterung der Firma ACO im Gewerbegebiet. An der Reither Mühle wurden eine neue Solarleuchte und im Feuerwehrhaus eine neue Heizung installiert, die Kosten dafür betrugen rund 30 000 Euro. Am Sportplatz wurde der Spielplatz verschönert und ein Boccia-Feld angelegt, über das Regionalbudget wurde eine Pergola erneuert. Als weiteres Projekt steht die Erneuerung des Holzsteges an der Reither Mühle "Thulbataler" an.

Debatte um Ratsentscheidung

Den Ausführungen von Bürgermeister Mario Götz folgte ein Diskussionsteil. Werner Lamer störte, dass sein Antrag zur Errichtung einer Photovoltaikanlage in der Gemeinderatsitzung in fünf Minuten abgehandelt worden sei. Eine Blendwirkung, wie es der 2. Bürgermeister vorgetragen hätte, gäbe es nicht. Bürgermeister Götz wies darauf hin, dass dies aufgrund von Grundstücksangelegenheiten im nichtöffentlichen Teil schon beraten worden wäre. "Da ich direkt angegriffen wurde möchte ich klarstellen, dass wenn Leserbriefe geschrieben werden, diese auch der Wahrheit entsprechen müssen", argumentierte Jürgen Kolb. Er vertrat die Meinung, dass eine Photovoltaikanlage, die fast genau so groß ist wie der Ort daneben, einfach überdimensioniert ist. Durch die Lage der Flächen würde auch das Landschaftsbild immens gestört. Sascha Markert meinte, dass es genug Dachflächen gebe, die genutzt werden könnten.

Keine Abfallbehälter

Berthold Glöckner hätte gerne Abfallbehälter an der Eiche bei der Schutzhütte und am Weg nach Frankenbrunn. Götz wies auf den Beschluss hin, wonach keine Abfallbehälter aufgestellt werden. Wanderer brächten die Dinge mit und könnten sie in gleicher Form auch wieder mit nach Hause nehmen.

Bei ACO sei im Bebauungsplan Gewerbegebiet festgelegt, beantwortete Simone Kreile die Frage von Manfred Schneider. "Die Firma ACO hat bisher immer auf die Belange der Bürger geachtet", sagte Götz. Rainer Schmelz wollte wissen, ob die Altglascontainer bleiben , wo sie jetzt stehen. "Das ist ein Witz - nur weil sich ein einzelner beschwert hat", kam ein Ausruf aus dem Saal. Der Innerort habe einen Mehrwert dadurch, rechtfertigte Tobias Blum den neuen Standort im Gewerbegebiet. Viele hätten sich nicht an die Einwurfzeiten gehalten, zudem seien viele andere Dinge dort abgelagert worden. Die Zuständigkeit für die Abfallbeseitigung liege beim Landkreis. Die Standorte könnten dort vorgeschlagen werden und müssten geeignet sein. Die Entscheidung liege aber nicht bei der Gemeinde alleine, brachte Geschäftsleiterin Nicole Wehner ein.

Raser in der Ortsdurchfahrt

Es sei zwar schön, dass die Ortsdurchfahrt jetzt ausgebaut ist - aber jetzt halte sich halt keiner mehr an die 50 km/h, forderte Jörg Bohnsack Lösungen für die Ortsdurchfahrt. Auch Hundekot war Thema in der Versammlung. In jeder Gemeinde hingen die Hundekotspender, nur bei uns nicht, stellte Markus Strauch fest. Der Marktgemeinderat habe sich gegen die Aufstellung dieser Hundekotbeutelstationen ausgesprochen und darüber im Vorfeld intensiv diskutiert. Alle zwei bis drei Tage wären dieser Behälter zu leeren und das sei keine angenehme Aufgabe, so Götz. "Ich war auch dagegen, die Kosten die diese Beutelstationen verursachen sind sehr hoch und ich bin der Meinung, dass dieses Geld und die Stunden der Mitarbeiter unseres Bauhofes anderweitig besser genutzt werden können", stimmte Ortsbeauftragter Julian Ziegler zu.

Platzprobleme beim Christbaumverkauf?

Ob sich das Sonnensegel in Thulba an der Schule wieder abbauen lasse, wollte Markus Emmerth wissen. Mit den Vereinen, die den Platz nutzen sei vorher nicht gesprochen worden. Es könne eng werden zum Beispiel beim Christbaumverkauf, der müsste dann ausfallen.

Dorfbrunnen könnte kostspielig werden

In Reith hätte es früher fünf Brunnen gegeben. In der Neuwirtshauser Straße sollte vor der Gefrieranlage wieder einer entstehen, da sei aber noch nicht passiert, warf Günter Müller ein. Es sei immer noch Wasser vorhanden, leider könne es nicht so wie geplant gefasst werden, da dies nur über ein Privatgrundstück möglich wäre. Der Umweg über das Grundstück der Gemeinde müsste mit einer Hebeanlage versehen werden, "das ist für einen Dorfbrunnen eine extrem kostspielige Angelegenheit. Deshalb wurde es noch nicht umgesetzt", erklärte Bernd Wald.

Rainer Werner bedankte sich für die Unterstützung seitens der Gemeinde beim Bau des Boccia-Feldes und Dominik Büschelberger für den Einbau der Heizung im Feuerwehrhaus. "Bei den Photovoltaikanlagen auf Dächern frage ich mich, warum die Gemeinde das nicht schon lange gemacht hat. Ich verstehe das nicht, damit hätte man Geld verdienen oder Geld sparen können", äußerte Manfred Schneider. Man sei in der Allianz aktuell damit beschäftigt dieses Thema anzugehen, so Bürgermeister Götz.

Der Radweg von Hassenbach nach Oberthulba hätte auf dem "Promilleweg" gebaut werden sollen, das wäre ökologischer gewesen, weil nicht so viel Fläche versiegelt worden wäre, forderte Manfred Schneider. Diese Lösung sei bereits im Radwegekonzept des Landkreises Bad Kissingen untersucht und aufgrund der Steigung als ungeeignet eingestuft worden. Besonders für Kinder und ältere Menschen bedeute die Steigung eine enorme Schwierigkeit, erklärte Wehner.