Anerkennung und Lob gab es - schriftlich wie verbal - für die beiden Hammelburger Kindergärten St. Marien und St. Josef. Sie nahmen erfolgreich am "Coaching Kita-Verpflegung 2021" des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen-Würzburg teil. Beate Laumeyer vom Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung überreichte für erbrachte Leistungen die Urkunde von Ernährungsministerin Michaela Kaniber.

Das Coaching unterstützt bayerische Kindergärten dabei, ihr Essens-Angebot zu optimieren und so Gesundheit und Wohlbefinden im Kita-Alltag zu fördern sowie den "Lebensraum Kita" zu bereichern. Im "round-table"-Gespräch wurde offenbar, was die beiden Einrichtungen angepackt und erreicht haben.

Als neue Köchin wurde vor einigen Wochen Michelle Strömel eingestellt, die sich schnell und gut eingearbeitet hat. In St. Marien läuft nach relativ kurzer Umsetzungszeit noch nicht alles komplett gemäß der Kindergartenverpflegungs- Leitlinie, räumte die Geschäftsführerin für beide Kindergärten, Kerstin Augsburg, ein. "Wir müssen noch intensiver auf Bio- und Regionalprodukte achten", fügt Augsburg hinzu. Doch die Kinder essen das von Strömel zubereitete neue Essensangebot sehr gerne, wie ein Rückmeldesystem bestätigt.

Gute Ansätze zeigen die Abläufe beim Essen, die neu organisiert wurden. So wollen die Kitas Störungen der Essenszeiten vermeiden, beispielsweise durch Abholungen, damit die Jüngsten in Ruhe essen können. Auch der "pädagogische Happen", bei dem eine Erzieherin optisch einprägsam mit den Kinder speist, ist aufgenommen. Den gegenseitigen Austausch zwischen Kita und Eltern hält Augsburg "für noch ausbaubar". Alle Wünsche können jedoch nicht erfüllt werden. Als Beispiel sei hier Laktose-freie Kost genannt. In solchen - meist Einzelfällen - erreicht die Küche ihre Grenzen.

Einige Hürden vorhanden

Licht und vorläufig noch einige Schatten zeigten sich bei einer Diskussion. Kompliziert ist der Abschluss von Verträgen nach gesetzlicher Regelung mit Bio-Betrieben. Pfarrer Thomas Eschenbacher nannte es bedauerlich, dass man an solchen Hürden scheitert. "Für Verantwortliche und Betriebe sollten im Sinne der Nachhaltigkeit und der Gesundheit der Kinder die entsprechende Ernährung im Vordergrund stehen", so Eschenbacher. Zwar erhalten die Kitas Obst und Milch von der Öko-Kiste zugeteilt, die Menge ist allerdings relativ gering.

Laumeyer erläuterte weitere Ergebnisse aus dem Coaching-Programm wie beispielsweise die intensivierte Kommunikation zwischen den beiden Kindergärten. Der gezielte Einkauf regionaler Lebensmittel ist Küchen-Leiterin Strömel, die für rund 130 Kinder kocht, zwar gelungen allerdings sei es schwierig ein entsprechendes Leifer-Netzwerk aufzubauen - gar in Corona-Zeiten.

St. Marien und St. Josef verfügen über Hochbeete in denen sie Kräuter und Gemüsesorten selbst anbauen. Eine Kräuterschnecke und ein Apfelbaum sind ebenfalls zu beernten. Das "Kita-Tischlein deck dich" beinhaltet in St. Josef sogar ein Rezept für einen vegetarischen "Hammelburger".

Fünf Kindergärten in der Region erreichten inzwischen erhebliche Verbesserungen mit dem Coaching Kindergartenverpflegung, betonte Beate Laumeyer vom Coaching-Team. "Gut Ding braucht Weile" heißt es. Mit etwas mehr Zeit gelingt es sicherlich Fehlendes zu komplettieren, gab sich die "Talkrunde" optimistisch. Das glaubt auch Stellvertretender Bürgermeister Christian Fenn, der die Grüße und Glückwünsche der Stadt überbrachte.