Die Welt ist gerettet. Zumindest für zwei Schulstunden. So lange brauchten die Grundschüler aus Hammelburg, die sich unter der Anleitung des singenden Gitarristen Carlo Hilsdorf als Weltretter betätigten. Erstmals gab es das von Friedrich Pray geschaffene Umwelthörspiel in der Öffentlichkeit - eine Premiere also.

Am tollsten fanden die Weltretterkids, die die Aula fast bis auf den letzten Platz füllten, den Hip-Hop-Rap: "Du bist was Du isst". Da wurde spontan mitgesungen und Hilsdorf musste noch ein Dacapo geben. Zwischen den neun Liedern führte die spannende Geschichte des Außerirdischen BnO (Benno), der auf der Erde wegen Treibstoffmangels gelandet war, zur Auseinandersetzung mit Umwelthemen wie Müll, Ernährung und Energie.

BnO stammt vom Quieselplaneten und wundert sich, wie rückständig die Menschen auf der Erde noch sind. Den Problemfällen Massentierhaltung, Klimawandel und Rohstoffmangel setzt BnO positive Lösungen mit frischen Denkansätzen entgegen.

Aktuelle Themen des BN

"Dieses Projekt hat natürlich auch mit dem aktuellen Thema Stromtrasse zu tun", sagt Franz Zang, der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN). "Wir sollten das meiste Öl und Gas im Boden lassen und uns der regionalen Energiegewinnung wie Sonne, Wind und Wasser zuwenden.

Auch an Energieersparnis durch wohlüberlegtes Verbraucherverhalten wie zum Beispiel Vermeidung von Standby kann ein Spareffekt erzeugt werden", sagt Zang. Man muss es sich bloß bewusst werden lassen, dass der Fernseher auch ganz ausgeschaltet werden kann.

Festgehalten wurden all diese Gedanken im Hörspiel "Die Weltretterkids packen es an", die es als CD beim BN zu kaufen gibt (9,90 Euro). Die Kreisgruppe Bad Kissingen hatte sich diese ganz abgefahrene Geschichte ausgedacht. Zielgruppe sind nicht nur die Kinder sondern auch jung gebliebene Erwachsene, die sich über den nicht erneuerbaren Rohstoff Erde und die Chancen des "Upcycling" Gedanken machen. Unterstützt wird das Projekt vom Bayerischen Umweltministerium.

Die melodisch eingängigen Lieder und die passenden Grafiken von Pray verfehlten ihre Wirkung nicht. Ins Konzept passte auch Hilsdorfs einfühlsame Interpretation. Die Kids waren hingerissen. Das Lied vom Biber, vom Schmetterling und der Biene sowie vom "Kli-Kla-Klimawandel" verfehlten ihre pädagogische Wirkung nicht.

Der Titel "Packt mich nicht in Watte" sprach den Grundschülern aus der Seele. Denn schließlich wollten sie auch als Kind von den Erwachsenen ernst genommen werden. Und das Lied vom Hochbeet weckte Neugierde auf Schmackhaftes ohne Tier auf dem Teller. Fröhlich sangen sie zum Abschluss den Weltretter-Song und baten um Mehr. Auch Hilsdorf war überzeugt, dass die musikalische Erzählung ihre Wirkung nicht verfehlte.