Scheinbar schwerelos überwinden sie alle aufgebauten Hindernisse in der Turnhalle. Kurzer Anlauf, Körperspannung aufbauen und zack - schon stehen sie auf dem Hochkasten. Springen mühelos weiter auf einen längs platzierten Bock. Drei Schritte Anlauf und zack - geht es weiter auf den nächsten, rund zwei Meter entfernten Kasten. Dann ein Flugsprung an die Sprossenwand. An der hangeln sie sich wie Affen um die eigene Achse und nun geht es Retour. Klappt super bei Louise und Lukas. Aber: Autsch! Einer überschätzt sich, knallt mit den Schienbeinen an die Holzsprossen. Parkour trainieren kann auch wehtun.

Seit 2014 gibt es die Parkour-Gruppe im TV/DJK Hammelburg, die der Turnabteilung angegliedert ist. Von Anfang an dabei und inzwischen mit dem Übungsleiterschein ausgestattet ist Simon Bahmer. Simon ist hoch gewachsen und sehr beweglich. Mühelos nimmt der 25-Jährige Anlauf, rennt die Turnhallenwand horizontal ein paar Schritte hoch und rollt sich lässig über die Schulter auf eine weiche Matte ab. Das kennt man von Stuntmännern oder Ninjas.

Man staunt Bauklötze, wenn man den Parkour-Freaks beim Üben zuschaut. "Es kommt auf die richtige Technik an, dann tut es nicht weh", erklärt Simon lächelnd. Eine gute Voraussetzung zum Mitmachen sei eine generell gute Beweglichkeit: "Alles andere können wir Anfängern beibringen." Altersmäßig will er keine Grenze setzen: "Bei uns ist jeder willkommen." Seit Kurzem wurden die Parkour-Übungsstunden um eine dritte Trainingseinheit erweitert. Jetzt können endlich montags die Anfänger und mittwochs die Fortgeschrittenen separat trainieren. Freitags ist freies Training für alle. Geleitet wird es von Simon Bahmer und Lukas Gößmann-Schmitt, der vor drei Jahren dazukam. Den 21-Jährigen animierte ein Videospiel: "Ich hatte Lust bekommen, mich selbst so zu bewegen."