Die Jugendsozialarbeit an der Johannes-Petri-Schule war hauptsächliches Thema in der Schulverbandssitzung. JaS ist ein bayerisches Förderprogramm und eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe des Landkreises, das Einzelfallhilfe für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche und soziale Gruppenarbeit bietet.

Das Programm - in vielen Schulen bereits umgesetzt - gibt dem Ansprechpartner auch die Möglichkeit, bei anderen Problemen mitzuwirken, beispielsweise bei Mobbing oder Gewalthandlungen. Der Schulleiterin der Johannes-Petri-Schule, Brigitte Dehe, ist die Einzelfall-Hilfe aus ihrer Tätigkeit an den Grundschulen in Retzbach-Zellingen und Hammelburg bekannt.

Keine Brennpunktschule

Zwar sei die Petri-Schule keine Brennpunktschule, doch komme Mobbing in verschiedenen Formen und gelegentliche Gewaltdelikte auch hier vor. "Ein bis zwei Schüler sind in jeder Klasse zu finden", weiß Dehe aus Erfahrung. "Ein Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin kann hier gut präventiv wirken, bevor etwas aus der Bahn gerät und vielleicht sehr teuer kommt", ist die Schulleiterin überzeugt.

Krisenintervention, Hilfe für sozial Benachteiligte, Beratung und pädagogische Unterstützung sowie Vermittlung weiterführender Hilfen, die Beratung von Eltern und Lehrkräften, soziale Gruppenarbeit und sogar Ferienangebote für JaS-Zielgruppen sind die Aufgaben der Jugendsozialarbeit. Neuerdings zählen auch das Abmildern von Pandemie-Effekten und die Unterstützung beim Homeschooling zum Aufgabenbereich.

Nach fachlicher Bewertung ist das "Erfolgsmodell JaS" eine wesentliche Säule der präventiven Jugend- und Kinderhilfe im Landkreis. Sie wird von Schülern, Lehrkräften und Eltern sehr gut angenommen und führt zu einer deutlichen Entlastung des Jugendamts, urteilt der Landkreis. Das Modell kann gegebenenfalls notwendige, teure Kinder- und Jugendhilfe-Maßnahmen verhindern.

Bedarf ist gegeben

Nach einer Erhebung im Vorjahr ist der Bedarf für die Grund- und Mittel-Schule Elfershausen-Langendorf mit insgesamt neun Klassen und 193 Schülern gegeben, informierte Schulverbandsvorsitzender und Bürgermeister Johannes Krumm. Als möglicher freier Träger komme das Kolping-Bildungszentrum Schweinfurt in Frage. Der Starttermin an der Petri-Schule ist für den 1. Januar 2022 vorgesehen.

Dem Beschlussvorschlag zur Finanzierung des Projekts, den Krumm vorlegte, stimmten die Verbandsmitglieder einmütig zu. Demnach gewährt der Freistaat Bayern einen Zuschuss von 40 Prozent der Personalkosten für eine 0,5-Stelle Fachkraft. Dies sind 8180 Euro. Der freie Träger, das Bildungszentrum, erbringt eine Eigenleistung von mindestens zehn Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtkosten. Die Restkosten teilen sich der Schulverband und der Landkreis zu je 50 Prozent, wobei der Kreis eine mindestens gleich hohe Beteiligung übernimmt wie die staatliche Förderung.

Der Schulverband sorgt für Büroräume und die Sachausstattung, einschließlich eines Sachkostenbudgets. Die Verwaltung ist zum Abschluss der Kooperationsvereinbarung ermächtigt. Die Position einer Jugendsozialarbeiterin oder eines Sozialarbeiters wird jetzt ausgeschrieben.