Ihr 50-jähriges Bestehen feierte am Samstag die Jakob-Kaiser-Realschule in Hammelburg mit einem würdigen Festakt, musikalisch begleitet von der Ehemaligen-Band "Still Crazy" unter Leitung von Lehrer Stefan Eideloth. Nach einer ökumenischen Andacht mit den Pfarrern Robert Augustin und Thomas Eschenbacher lobten mehrere Festredner die anhaltende Leistungsfähigkeit und Bedeutung der Schule für Stadt und Landkreis. Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen präsentierten in Sketchen ihre Projektarbeiten. Anschließend feierte die gesamte Schulfamilie aus Schülern, Eltern und Lehrkräften bis in den Abend mit geladenen Festgästen.

Die Festredner würdigten die gelungene Entwicklung der Jakob-Kaiser-Realschule in den 50 Jahren seit ihrer Gründung am 16. August 1972. Schon 1970 hatte sie als Zweigstelle der Bad Kissinger Realschule im Altbau der früheren Landwirtschaftsschule mit 442 Schülern unter Schulleiter Dieter Günther ihren vierstufigen Betrieb aufgenommen. So konnten bereits 1974 die ersten 82 Absolventen ihre Abschlusszeugnisse entgegennehmen. Im selben Jahr wurde mit Beginn des neuen Schuljahres der für 6,4 Millionen D-Mark fertiggestellte Neubau eingeweiht, wie Schulleiter Christian Buchner in seiner ausführlichen Chronik schilderte, deren Verlauf man seit Samstag auch im Foyer an der von Landrat Thomas Bold enthüllten Zeittafel nachlesen kann. Wichtigstes Datum der Schulgeschichte sei der 20. Dezember 2003 mit Umbenennung in Jakob-Kaiser-Realschule gewesen. Namensgeber war der Hammelburger Gewerkschafter, Widerstandskämpfer und spätere Bundespolitiker Jakob Kaiser (1888-1961), aus dessen bewegtem Leben Schüler der Klasse 9c später berichteten.

"Die Realschule Hammelburg ist eine bedeutende Schule im Landkreis und genießt einen ausgezeichneten Ruf", lobte Landrat Thomas Bold. Die Schule erfülle ihre Aufgabe, "dem hiesigen Arbeitsmarkt gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung zu stellen." Der Erfolg der schulischen Ausbildung sei zwar letztlich "nicht ganz unwesentlich" von Willen und Einsicht der Schülerinnen und Schüler abhängig, räumte der Landrat ein, "aber wir können ihnen die Rahmenbedingungen für eine gedeihliche schulische Ausbildung schaffen".

Als Beispiel für den Wandel in 50 Jahren verwiesen mehrere Redner auf die einstige Einführung des Unterrichts an der elektrischen Schreibmaschine, der in den 90ern vom Fach Informatik abgelöst wurde.

In den vergangenen zwei Jahren sei der Schulbetrieb von der Corona-Pandemie und ständig wechselnden Hygiene-Maßnahmen bestimmt worden, sofern er überhaupt hatte stattfinden können. "Seien Sie froh, dass Sie diese Zeit an der Schule nicht mehr mitmachen mussten", wandte sich Schulleiter Buchner an alle Pensionäre in der Aula.

Gutes Schulklima

Die gute Schulatmosphäre wurde in einem Sketch zwischen Mathematiklehrer Christian Kurz und Schülersprecher Phil Grom deutlich. "Das Gute an dieser Schule zeigt sich darin, dass uns die Schüler auch vor Acht und noch nach Eins grüßen", freute sich der Pädagoge. Grom sprach seine Hoffnung aus, "dass die erfolgreiche Tätigkeit der Lehrkräfte sich auch in Zukunft am geplanten Schulcampus fortsetzt".