Seit dem 9. Jahrhundert besteht der Brauch, zu dem traditionell am Vorabend des 15. August Kräutersträuße gebunden und im Gottesdienst vom Priester gesegnet werden. Die Kräuterweihe zählt zu den Sakramentalien, ein Ritus der als sichtbares Zeichen uns an der unsichtbaren Wirklichkeit Gottes teilhaben lässt.

"Mariä Aufnahme in den Himmel" wurde im 5. Jahrhundert im Zuge der Christianisierung von Bischof Kyrill von Alexandrien eingeführt. Mitte des Monats August, feierte der römische Kaiser Augustus seine Siege über Marcus Antonius, Kleopatra und Alexandria mit einem dreitägigen Triumph. Der 15. August wurde im gesamten römischen Reich zum Feiertag.

Dank für die Heilkraft der Kräuter

Schon in vorchristlicher Zeit wurden Heilkräuter, als Dank für deren Heilkraft, den Göttern geopfert. Als Hexenwerk verboten die christlichen Missionare die Kräuterweihe. Doch das Volk missachtete dieses Verbot, woraufhin die Kirche einen Kompromiss fand. So wurde der 15. August, Maria und ihrem Aufstieg in den Himmel, geweiht. Folgendes soll sich zugetragen haben: Drei Tage nach dem Tod der Gottesmutter, kamen die Apostel ans Grab. Doch das Grab war leer aber erfüllt von Rosen und Liliendüften vermischt mit wohlriechenden Heilkräutern. Maria wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.

Am Abend vor Mariä Himmelfahrt werden die bunt gemischten Kräuterbüschel gebunden. Als Symbol für Maria werden auch Rosen und Getreideähren mit hineingebunden.

Besonders viele Inhaltsstofffe

Die gesegneten Kräuterbündel werden im Haus oder im Herrgottswinkel aufgehängt. Mancherorts hängen große getrocknete Büschel im Haus oder Stall. Bei Unwetter und Stürmen werden zum Schutz vor Blitz und Unglück getrocknete Pflanzenteile im Feuer verbrannt. Zwischen Maria Himmelfahrt und dem 15. September haben die Heilkräuter besonders viele Inhaltsstoffe. Als Heilmittel, durch die kalte Jahreszeit, sammelten Frauen viele Heilkräuter für ihre Familien.

Die Hammelburger Kolpingfrauen binden seit 2007 Kräutersträuße, die nach der Segnung am 15. August gegen Spende abgegeben werden. Die Erlöse kommen sozialen oder karitativen Zwecke zugunsten. Mit dem diesjährige Erlös unterstützen die Kolpingfrauen die Renovierung des Marienchores in der Stadtpfarrkirche und der umfassenden Restaurierung der Kreuzigungsgruppe des Kapellenkreuzweges am Saalecker Berg.

Die Termine

Kräuter für die Sträuße können am Freitag, 14. August, von 9 Uhr bis 11 Uhr in der Kissinger Straße 66 bei Familie Krapf/Schilling abgegeben werden. Die gesegneten Kräutersträuße werden am Samstag, 15. August, nach dem 10.30-Uhr-Gottesdienst - aufgrund von Corona - vor der Stadtpfarrkirche abgegeben.