Christian Pörtner ist zwar erst seit dem Frühjahr Leiter der Polizeiinspektion Hammelburg, aber Elmar Volpert kennt er bereits seit 25 Jahren: "1995 habe ich ihn bei der Bad Kissinger Polizei kennen gelernt, jetzt ist es der erste Kollege, den ich hier in Hammelburg verabschiede", berichtet Pörtner. 1977 trat Volpert seinen Dienst bei der Bereitschaftspolizei an. Ab Januar hat er nun mehr Zeit für seine Hobbys, vor allem dem Bauen, aber auch für seine Frau und die zwei Enkel.

Pörtner bezeichnet Volpert als "waschechten Hammelburger", auch wenn er in Fuchsstadt geboren wurde. Seit Jahrzehnten lebt Volpert mit seiner Frau in Westheim, vor allem bezieht sich Pörtner aber auf das Wissen um die Region: "Elmar Volpert kennt den Dienstbereich wie seine Westentasche", berichtet der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Hammelburg.

17 Jahre an der PI Bad Kissingen

Dabei musste er die ersten Jahre zunächst in Südbayern Dienst leisten, darunter ein halbes Jahr in der Landeshauptstadt München. "Gott sei Dank ging es dann wieder zurück nach Unterfranken", erzählt Volpert. Von 1980 bis 1997 war er an der PI Bad Kissingen im Einsatz. Unter anderem habe er in den 1990er Jahren die Drogenprävention in den Schulen des Landkreises Bad Kissingen initiiert. Besonders in Erinnerung bleibt Volpert nach eigenen Worten ein Einsatz 1989 in einer Bad Kissinger Disco: Eine Streifenbesatzung wurde wegen schweren Landfriedensbruchs geholt. "Am Ende lagen wir auf dem Boden und es waren Dutzende über uns", erinnert sich Volpert. Zum Glück seien er und sein Kollege mit leichten Blessuren davon gekommen. Zehn Personen seien damals nach der Aktion gegen die Polizeibeamten festgenommen worden.

Auch viele andere Anekdoten erzählt Volpert auf Nachfrage: So war er zum Beispiel privat mit einem Kollegen auf einem Faschingsball unterwegs, als sie einen Besucher entdeckten, der per Haftbefehl gesucht wurde. Lange beschäftigt habe ihn auch die Aufklärung eines schweren Verkehrsunfalls mit einem Jugendlichen. Aber auch witzige Ereignisse habe es immer wieder gegeben. Etwa eine ältere Frau, die bei der Aufnahme eines Unfalls lauthals ihre Schadenfreude über den Schaden der Raser äußerte. Oder eine Autofahrerin, der bei einer Verkehrskontrolle die Katze entwischte. Die Polizei half bei der Suche, später kam ein Dankschreiben - "obwohl wir sie ja verwarnt hatten".

Zu den unangenehmsten Aufgaben habe früher das Überbringen von Todesnachrichten nach Unfällen gehört. Volpert ist froh, dass in solchen Situationen mittlerweile das Krisen-Interventionsteam und die Notfall-Seelsorger unterstützen. Und: "Zum Glück hatte ich nie schwere Unglücksfälle in meinem privaten Umfeld." Erleichtert ist Volpert auch, dass er alle drei Dienstwaffen-Modelle, die es in den vergangenen Jahrzehnten bei der Bereitschaftspolizei gab, nie im Ernstfall benutzen musste: "Ich musste nie einen Schuss auf Menschen abgeben", berichtet der scheidende Polizist.

Von 1997 bis 1999 studierte Elmar Volpert noch einmal und stieg in den gehobenen Dienst auf. Von 1999 bis 2001 war er bei der PI Schweinfurt-Land im Einsatz, danach als Dienstgruppenleiter in Bad Brückenau. Am 1. November 2004 wechselte er dann nach Hammelburg. Christian Pörtner rechnete aus, dass Volpert knapp 1400 Schichtrunden absolviert habe, bis zuletzt habe er die rund 80 Nachtdienste pro Jahr auf sich genommen. "Das bedeutet, bei großen Fällen auch selbst raus zu fahren und in der Zeit auch den Chef der Polizeiinspektion zu vertreten", betont Pörtner.

Hausmann: Super-Kamerad

Auch Christian Pörtners Vorgänger Alfons Hausmann kam zu Volperts Verabschiedung und würdigt ihn als "Super-Kameraden". Er habe seinen Dienst "menschlich bürgernah, erfahren" geleistet. "Du hast dein Lebenswerk als Dienstgruppenleiter abgeschlossen", sagte Pörtner zum Abschied.

Und was kommt jetzt? Elmar Volpert bezeichnet sich selbst als Familienmenschen. Seit fast 40 Jahren ist er verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkel. Das Walken mit Freunden und größere Reisen nach dem Ende der Pandemie stehen auf dem Plan für den Ruhestand. Der alte Bauernhof des Sohnes sorge dafür, dass es auch immer genügend Arbeit für den passionierten Heimwerker gibt. Von einer schweren Verletzung am Arm habe er sich zum Glück wieder gut erholt, jetzt könne er unter anderem bei der Renovierung der denkmalgeschützten Mikwe in Westheim mithelfen.