Die Bierwelt der ältesten Weinstadt Frankens - zu diesem Thema begrüßte Claudia Weyrle, Leiterin der VHS in Hammelburg, 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie zwei Referenten. Zum einen den Bier-Fachmann Sebastian Voll von der "Schwarze Berge Bier Werkstatt" und Franz-Josef Schneider, der Hammelburg sehr gut kennt und Experte für Gaststätten ist. Er bietet auch immer wieder Stadtführungen mit speziellen Themen an.

Die Begrüßung fand am Viehmarkt statt, wo gleichzeitig die beiden ersten Biere verkostet wurden. "Es hat mich gereizt in der ältesten Weinstadt Frankens ein Bierseminar abzuhalten", sagte Voll bevor er auf die Geschichte des Bieres einging. Bier gebe es schon seit mindestens 6000 Jahren, sei wohl von den Syrern erfunden und in Ägypten beim Pyramidenbau sei es als Zahlungsmittel hergenommen worden. Es folgte ein Schwenk ins Mittelalter und in die Renaissance. Mit der Entwicklung der Kältemaschinen und Hefen in Reinkultur sei es dann richtig losgegangen. "Vor fünf Jahren ist die Craft-Bier-Welle zu uns übergeschwappt und hat uns quasi überrannt", erläuterte er. Er ging auch auf den Brauprozess vom Maischen über das Läutern zum Aufhopfen ein.

Ehemalige Brauereien

Die Tour führte dann von der ehemaligen Brauerei Salch über die ehemalige Kommune-Brauerei am Kohlbrunnen, über das frühere Städtische Brauhaus zur ehemaligen Klosterbrauerei am Schloßberg. Schneider ging dabei speziell auf die Bierbrau-Traditionen in Hammelburg ein und bot viel Detailwissen dar. So hätte es in Hammelburg einst 80 Gaststätten gegeben, von denen aktuell noch 28 übrig sind. Im Jahre 1615 sei in Hammelburg das erste Bier gebraut worden.

Aroma, Sensorik und Glaskunde

Im Felsenkeller angekommen wurden dann die nächsten beiden Biere verkostet. Es ging im Wesentlichen um Aroma und Geschmack, Sensorik und eine kleine Glaskunde war auch dabei.

Der Abschluss der Bier-Stadtführung fand im Winzerkeller statt. Hier zeigte Schneider Bilder von alten und neuen Gasthäusern in Hammelburg.

Auf der Tour verkostet wurden sechs Biersorten, darunter ein Helles - Augustiner Bräu, ein Göller Kellerbier, das 1718 der Brauerei Streck, das C4 Pale Ale - Brauerei Libertus Untererthal, das Martin Spezial - Brauerei Martin Schonungen und der Nothelfer - Brauerei Trunk Vierzehnheiligen. Die Kursteilnehmer schmeckten aus den verschiedenen Bieren viele unterschiedliche Geschmacks-Nuancen heraus. Wen die Bier-Stadtführung angesprochen hat, könne sich gerne in eine Interessentenliste bei der VHS eintragen lassen, informierte Claudia Weyrle. Bei einem erneuten Kursangebot im Frühjahr würden die Interessenten dann automatisch informiert.