Die Gemeinde Fuchsstadt und heimische Ärzte haben den zweiten Adventssonntag genutzt, um Corona den Kampf anzusagen. Für alle, die sich in der Gemeindekanzlei angemeldet hatten, gab es eine Impfung. Dafür opferte das ärztliche Personal Fuchsstadts seine Freizeit. Mit beschaulicher Vorweihnachtszeit hatte das freilich nichts zu tun.

Rund 320 Einwohner ließen sich in der Filiale der Hausärztlichen Gemeinschafts-Praxis in der Kirchstraße (ehemals Dr. Rodemer) und bei Bereitschaftsarzt Thomas Full und dessen Kollegen Dr. Tobias Bohn am Wiesenweg impfen. Die meisten erhielten schon ihre Booster-Impfung, gelegentlich gewährten die Praxen aber auch die Erst- oder Zweitimpfung.

Impfwillige konnten sich - telefonisch oder persönlich - im Rathaus in eine Liste eintragen lassen, die Bürgermeister René Gerner an die Praxen weitergab. In der Gemeinschaftspraxis-Filiale von Dr. Markus Holleber und Kollegen kamen gut 130, ca. 190 Bürger waren es am Wiesenweg.

In der personell gut ausgestatteten Gemeinschaftspraxis mit Markus Holleber, der langjährigen Ärztin Sigrid Rodemer, Christina Holleber-Sobtzick , Dominik Lemmerich und Kathrin Holzheimer wäre an diesem Sonntag eine Schwingtüre angebracht gewesen.

Die Praxis verimpfte sowohl Bion-Tech wie auch Moderna. "Bion-Tech ist rationiert und vorwiegend für jüngere Menschen gedacht", informierte Sigrid Rodemer. Die allgemeine Impfpflicht befürwortet sie nicht. Jedoch sollten die Menschen in der Pflege und medizinischen Berufen geimpft sein, findet sie. "Was Impfunwillige angeht, gibt es andere Möglichkeiten diese zu bekehren. Das ist meine persönliche Meinung", betont sie. Die gesundheitspolitische Empfehlung auch Apotheker, Zahnärzte und Pflegepersonal als Impfende einzubeziehen akzeptiere sie "wenn keine Kollaborationen auftreten".

Für den Ansturm in der Full'schen Praxis musste die ganze Familie, einschließlich der beiden Söhne Lukas und Simon, Gattin Heike, Arztkollege Bohn und Helferin Petra Herterich anpacken, um die Liste mit fast 200 Personen abzuarbeiten. Vom Gemeindeamt waren 150 Personen gemeldet und es gab die Option, dass weitere Impfwillige kommen können. Es kamen etwa 50 mehr.

Auch Full standen die Impfstoffe Bion-Tech und Moderna zur Verfügung. Doch schon bei der Bestellung hatte es Ärger gegeben. Die Versprechungen der Politik, Vakzine gebe es in Hülle und Fülle, hat so ihre Tücken. Bion-Tech muss mit Moderna zusammen bestellt werden. Auch Nachbestellen geht nicht. Wer zu wenig bestellt hat, muss Immunisierungswillige wieder nach Hause schicken, so die Information.

Der mRNA-Impfstoff Moderna wird vom Hersteller grundsätzlich in 100-Milligramm-Einheiten abgegeben. Der Arzt injiziert in der Regel 20 Milligramm-Dosen. Dies wird im Impf-Pass mit einem Aufkleber vermerkt, von denen eine Einheit jedoch nur über maximal zwei Stück verfügt. "Bestellen ist unheimlich schwierig, es fehlt an ausreichender Flexibilität. Hier gibt es Nachbesserungsbedarf", vermerkt Full.

Keine Einwände hat er gegen den Einsatz von Apothekern, Zahnärzten und Pflegern als Impfende. Was eine allgemeine Impfpflicht angeht kommentiert er allerdings: "Da hat die Politik jetzt keine Ausrede mehr".

Trotz Sonntags-Stress und nicht immer optimalen Vorgaben wollen die beiden Fuchsstädter Arztpraxen, die miteinander im Austausch stehen, ihre Aktion zum Jahreswechsel noch einmal wiederholen.