Eine Institution, die die Kindertagesstätte St. Marien maßgeblich mitprägte, ist in den Ruhestand gegangen. Andrea Stosiek, die hier vor drei Jahrzehnten ihren Arbeitsplatz als Erzieherin fand und die Kita seit 21 Jahren leitete, verabschiedete sich von "ihren Kindern und dem Team". Mit ihr verließ auch Andrea Schaub-Römisch St. Marien, die die Kinder seit 20 Jahren bekochte.

"Arrivederci, servus und adé doch ich will dich wiedersehn", erklang bei der kleinen Feierstunde im proppenvollen Turnsaal aus Dutzenden Kinderkehlen. Das versprachen auch die sichtlich gerührte Leiterin und "Küchenfee" Andrea-Schaub-Römisch, denen kleine, selbstgebastelte Geschenke übergeben wurden. Ein Regenbogen, Seifenblasen, eine weiße Wolke und Luftballons als Dank für die vielen, schönen Jahre. Darauf können die beiden Verabschiedeten jetzt schweben.

Große bunte Blumensträuße gab es vom Kindergartenteam und der Vertreterin des Elternbeirats, Katharina Kröckel. Die Kita-Kids überraschten zudem mit zwei selbst hergestellten Bildern. "Wir lassen euch mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen, denn ihr habt eure Sache gut gemacht", versicherte auch Geschäftsführerin Kerstin Augsburg.

Unter der Leitung von Andrea Stosiek, die 1974 schon ein Praktikum in St. Marien absolvierte, gelang der Übergang in eine neue Ära. Aus dem bisherigen Gruppensystem wurde eine Kindertagesstätte mit offenem Ansatz. Zum Malen, Singen, Basteln oder anderen Tätigkeiten standen jeweils gesonderte Räume bereit und die Jüngsten konnten selbst entscheiden, in welchen Raum sie gehen möchten. "Wofür sich ein Kind entschieden hat, dort erhielt es auch Unterstützung. Der Raum ist sozusagen "Mit-Erzieher", informierte die scheidende Leiterin, die hier "ganz tief verwurzelt ist", wie sie betonte ."Mein Herz wird immer für die Kinder von St. Marien schlagen."

"Es gab viele schöne und lustige Momente mit den Kindern, so wie sie sind", erinnerte sich Stosiek. Aber auch an Herausforderungen fehlte es nicht. "Die Umstellung auf digitale Medien verlangte viel ab. Anfangs war noch Zeit für die Kinder. Doch als ich die Leitung übernahm, blieb mir ob Büro- und Verwaltungsarbeit kaum noch Gelegenheit dazu. Ich hatte zudem 22 Mitarbeiterinnen, die geführt werden mussten und viel bürokratische Arbeit bei Kindern mit Behinderungen", erzählt Stosiek.

Andrea Schaub-Römisch, bedacht auf das leibliche Wohl der Kinder, erinnert sich ebenfalls an die Anfangsjahre. "Erst waren es nur zehn Kinder, heute sind es so viele, dass meine Nachfolgerin, Michelle Strömel, eine weitere Küchenhilfe braucht." Rund 90 Kinder und dazu 29 Krippenkinder haben schließlich einen gesunden Appetit. Doch sei mit Verena Kreß, die im Herbst zum Team stößt, jetzt eine Lösung gefunden. Den Abschluss der kleinen Feierstunde bildete eine feines Kuchenherz, das in Stücken an die Mädchen und Jungen verteilt wurde.